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Sonntag, 17. Juli 2016

Saftkur Tag 1

Der Einstieg ins Saftfasten ist diesmal recht einfach und nebenbei gelungen, obwohl ich das fast schon bezweifelt hatte, denn in meiner Planung hatte ich so ein "der Alien fährt weg und ich fange mit dem Saftfasten an"

So, als würde ich morgens aufwachen und der junge Mann wäre schon unterwegs.
Aaaaber ... stattdessen klingelte mein Telefon gestern Morgen um 3.40 Uhr und ich wurde gebeten, 3 Männer in schwarzen Anzügen in Neumünster abzuholen.




Drei große Männer in schwarzen Anzügen in meinen kleinen knallroten Fiat500 zu stopfen, hat was - aber leider weigerten sie sich, Sonnenbrillen aufzusetzen und waren auch meinen Gelüsten nach Fotos gegenüber wenig aufgeschlossen, darum müsst Ihr mit Will Smith Vorlieb nehmen :)
Sie waren müde von ihrem Abiball und wollten nach hause.
Und der größte von ihnen pöbelte mich leise an, warum ich so lange gebraucht hätte.

Rehe, sage ich nur, Rehe ...
Die Juli-Nächte sind hier voller Rehe, die sich blindlings auf die Straßen stürzen und so bin ich schön mittig und eher langsam über die Landstraße gefahren, habe die Landschaft im Sonnenaufgang bewundert und gleich 3 Rehen die "Vorfahrt" gelassen.
Auf der Rückfahrt kamen wir an gleich 2 Wildschäden vorbei, die aber beide glücklicherweise keine Hilfe brauchten.

Wieder daheim, machte ich den Fehler noch mal eben bei Twitter reinzuschauen.
Die Nacht davor durfte man grübeln, was "nice attacks" sind - und jetzt twitterten alle über den Putsch in der Türkei.
Ich sank also etwas später wieder ins Bett und hatte krude Träume.

Der eigentliche Tag begann für uns alle etwas später.
Der Alien packte hektisch Kram in sein Auto und ich beschloss, alles zu verschieben, bis er abreiste.
Natürlich bekam er noch Hunger und ich improvisierte mit einem Gurkensalat für ihn und war sehr froh, dass ich das finale Ausräumen des Kühlschranks noch vertagt hatte, da ich nicht Gefahr laufen wollte, seine Urlaubs-Vorräte zu verschenken.
So ein Veganer muss ganz schön planen, was er vorher organisiert, damit er später nicht hungrig zwischen lauter Freunden sitzt, die gerade fröhlich Döner oder Burger futtern.
Auch ist das Einpacken veganen Grillguts so eine Sache:
wenn der Tofu dann da liegt, wo eben noch das Steak brutzelte, ist der Tofu nicht mehr so ganz vegan ...

Gegen 14 Uhr war es soweit:
Tschö Alien!
Fahrvorsichtigrufanwenndudabistundvielspaß!

Ich verfiel nicht in Aktionismus, sondern tat erst mal gar nichts.
Die Luft war raus.
Aaaaber: ich kenne mich ja und hatte vorgesorgt.
In der Küche standen einige Packungen irgendeines No-Name-Bio-Gemüsesaftes und davon schenkte ich mir nun ein.
Viel zu süß!
Der Saft wurde von mir umgehend mit Wasser verlängert und schon war es lecker.
Und dann räumte ich auch den Kühlschrank aus und brachte alles, was nicht in den Entsafter passt zu einer Freundin.
In den Vorratsschränken sind noch Gewürze, Mehl, Zucker, Essig, Öl - sollte ich mich dabei erwischen, dass mich der Zucker lockt, landet er im Müll.
Sobald ich über helle Suppen nachdenke, fliegt entweder das Mehl oder das Öl auch noch raus.

Danach machte ich eine Runde mit den Hunden, trank noch mehr verdünnten Saft, fröstelte und bekam kalte Füße.
Das freute mich fast:
dieses Frösteln ist ein sicheres Anzeichen, dass mein Körper mitbekommen hat, dass ich faste und deshalb schon mal die Heizung herunterfährt.
Ich tauschte also meine etwas eleganteren Pantoffel gegen puschlige Hausschuhe.
Also, der linke ist elegant - den rechten hat mein Hund durchgekaut und ich habe einen Riemen mit Goldband geflickt, denn der blöde Köter hat das am 2. Tag nach Eintreffen der Pantoffel gemacht und da kann man ja nicht gleich Neue kaufen ...

Als nächstes goss ich den Gemüsesaft mit heißem Wasser auf und landete strickender Weise vor Indiana Jones.
Einziges Problem bei meinem Fasteneintritt gestern war eigentlich nur, daran zu denken, dass ich faste, denn ich hatte dauernd solche "Essen Machen"-Impulse.
Kein "boah, habe ich Hunger!"-Anfälle, sondern mehr ein schussliges "was mache ich jetzt - erst mal was essen - ach ja, nicht essen - fasten!".

Die Nacht war unspektakulär und erwacht bin ich dann mit 108,5 kg
Ja, tägliches Wiegen ist total affig - ich mache es dennoch!
1,6 kg Wasser sind weg - meine Füße sind dennoch dick.



Kommentare:

  1. Whoa, Respekt vor dem Fasten!
    Ich mache intermittierendes Fasten und empfinde das schon als manchmal seeeehr schwierig. Deshalb habe ich Hochachtung vor der Willenskraft, GAR NIX zu essen.
    Ich drücke die Daumen und lese hier weiter gespannt mit.

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    1. Ich habe Respekt vor allen, die es schaffen, mit Miniportionen abzunehmen - ein ganz oder gar nicht, ist für mich persönlich deutlich einfacher, als ein "weniger", denn da neige ich dazu, mich ununterbrochen selbst auszutricksen ...
      Wechselst Du in einem 24 Stunden Rhythmus?

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    2. Ich mache 19/5. Das heißt, ich esse 19 Stunden nichts und dan zwei Mahlzeiten in den verbleibenden fünf Stunden. Das dann jeden Tag. Seit vier Monaten.
      Am Ende der 19 Fastenstunden habe ich ganz schön Hunger - deshalb mein Respekt vor der Saftfasten-Leistung! :)

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Ich bitte die "Anonymen" zur besseren Unterscheidung mit einem Vor- oder Spitznamen zu signieren :)