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Donnerstag, 21. Juli 2016

Saftkur am Strand

gefastet: 5 Tage
Gewicht: 105,4 kg = -4,7 kg
Sport: Entrümpeln


Sehr lustig ...
Tagelang ringe ich um einen neuen Rhythmus für meinen Alltag
und kaum habe ich - fast - einen gefunden,
werfe ich alles über den Haufen und fahre an den Strand.

Es ist schon verrückt.
Eigentlich sollte ich alle Zeit der Welt haben, denn der Alien ist nicht da und durch die Saftkur steht kein Kochen an
- aber statt mehr, schaffe ich eher weniger, habe dadurch aber nicht mehr Freizeit.
Stattdessen verbringe ich mehr Zeit "pseudoarbeitend".
Hätte ich einen Chef und Kollegen, wären diese überzeugt, dass ich sehr tüchtig bin und viel arbeite.
Nur habe ich weder Chef noch Kollegen und mich selbst täusche ich nicht.

Gestern schleppte ich wieder 2 Gartenstühle zum Abfallhof und merkte wie überzeugend sommerlich warm es doch war.
Wieder daheim, wühlte ich meinen Badeanzug aus dem Schrank, zog ein Sommerkleid drüber und glitt mit meinen frisch entwässerten Füßen in Sandalen - keine Riemchensandalen.
Der Weg zurück in die Riemchensandalen ist noch etwas länger - aber zu normalen Sommersandalen reicht es immerhin schon.
Dann noch ein Strandtuch, Krimi und eine Flasche Saft.
Beim Aufräumen hatte ich noch einen Kasten Saft entdeckt, den ich für die letzte Saftkur angeschafft und vergessen hatte.
Und dann ab an die Nordsee.
Ok, ab ans Wattenmeer.
Das ist schon ein Unterschied, denn je nach Uhrzeit ist man allein am Strand.
Allein mit ganz vielen Urlaubern, aber ohne Wasser.
Ich gönnte mir einen Strandkorb mit wundervollem Blick auf ... den Schlamm.
Wäre ich bis 22 Uhr geblieben, hätte ich die Rückkehr des Wassers erlebt ...




Ich mag das Meer auch ohne Wasser und so saß ich vergnügt lesend in meinem Strandkorb.
"Furchtbar lieb" von Helen FitzGerald
So zum Ende hin, sollte es lieber "furchtbar böse" heißen.
Zum Ende hin IST es furchtbar böse.
Aber auch sehr ok.
Keine Ahnung, wann ich das mal gekauft hatte - es war aber eine gute Entscheidung gewesen.
Ich mag Bücher mit scheinbar überraschenden Wendungen, die sich aber eigentlich durchaus schon angekündigt hatten.
Nö, mehr verrate ich nicht und wer es lesen mag, sollte sich auch keine Rezensionen durchlesen, denn damit nimmt man sich den Lesespaß.

Zwischendurch ging ich zum "Wasser", duschte meine Füße wieder sauber und bemerkte, dass mich jemand anstarrte.
Ich habe ein schauderhaftes Personengedächtnis und grüße daher immer nett.
Aber diesmal wurde mir schnell klar, dass der Mann mich nicht kannte, sondern einfach gaffte, weil ich nun einmal eine 100 kg Frau in einem türkisen Leo-Badeanzug war.
Eine umwerfende Frau in einem türkisen Leo-Badeanzug, beschloss ich und warf ihm einen "stell dich hinten an!"-Blick zu, bevor ich hoheitsvoll zu meinem Strandthron Strandkorb zurückkehrte.
Pöh!


Strand ohne Tochter ist übrigens anders.
Man muss die Lage des Strandkorbes akzeptieren, denn alleine kann man ihn nicht drehen oder ziehen.
Und:
Männer gaffen Mutti an.
Davor war ich sonst durch das langbeinige Wesen im Bikini eigentlich sehr sicher ...

Übrigens trage ich sehr bewusst einen bunten Badeanzug.
Mir ist irgendwann aufgefallen, dass die Tarnfarben nicht wirken,
Gesehen wird man ja doch.
Da kann man also von vornherein einfach Spaß haben.

Als der Strandkorbverleih gegen 20 Uhr schließen wollte, brachte ich meinen Schlüssel zurück und fuhr wieder nach hause.
Der Strandkorbverleih ist gleichzeitig Cafe/Restaurant/(saubere Toilette) und liegt direkt hinter dem Deich.
Der Friteusen-Geruch war sehr sehr verlockend und mein Magen knurrte einmal laut und vernehmlich um darauf hinzuweisen, dass er gerne etwas aus der Friteuse hätte.
Backfisch, Fritten, Schnitzel oder meinetwegen auch frisch fritierte Badeschlappen!
Ich versuchte an schieres Frittenfett zu denken - lecker! seufzte mein Magen.
Ich dachte an schieres Frittenfett in das der Koch gespuckt ... gepinkelt hatte!
(als es noch kalt war ...)
Blöde Kuh!, seufzte mein Magen.

5 Safttag geschafft!




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