Worum es hier geht

Samstag, 30. Juli 2016

Das Saftfasten weckt den Grinch in mir

gefastet: 14 Tage
Gewicht: 103,7 kg = -6,4 kg
Sport: Hunderunden


Doch, doch, es geht mir gut und ich saftfaste so vor mich hin.
Aber wieder hat das "Abnehmen" den Effekt, dass ich erst mal monströs fett geworden bin.
Also, mental.
Ich bin noch immer damit beschäftigt, die Kilos abzunehmen, die ich eigentlich gar nicht zugenommen habe.
Mental hatte ich doch gut 20 kg abgenommen und machte doch nur eine kleine Pause, bevor ich weiter abnähme.
Dass ich alles wieder zugenommen hatte, hielt ich recht geschickt von meinem Bewusstsein fern.
Kaum hatte ich aber 1 kg erfolgreich abgenommen, haute mein Unterbewusstsein 19 gut verleugnete Kilos um die Ohren und mir dröhnt noch immer der Schädel.

Dazu kommt, dass der Alien weg ist und ich erst mal lernen muss, wieder "ich" zu sein.
Noch immer flöte ich ein "uns geht es prima!" ins Telefon und erzähle automatisch dazu, wie es meinen Kindern geht, wenn ich gefragt werde, wie es mir geht.

Wenn ich mir das verkneife, rede ich tatsächlich von meinen Hunden und Katzen.

Wah!

Dazu kommt, dass es mir eigentlich gar nicht soooo gut geht.
Mein doofes Knie macht mir Kummer.
Wenn ich eine Weile gesessen habe und mich dann wieder erhebe, halte ich mich erst einmal am Stuhl fest und gucke, was das Knie so meint. Dann marschiere ich los - die ersten Schritte habe ich das Gefühl, mein linkes Bein hinter mir herzuzerren, bis das Knie geruht, seinen Job wieder reibungslos zu machen.
Wenn ich erst einmal eine Weile gegangen bin, ist alles gut.
Abends schmiere ich Voltaren aufs Knie und hoffe auf nächtliche Wunderheilung.

Warum ich nicht zum Arzt gehe?
hahaha
Kommt eine Hundertkilo Frau zum Arzt und jammert, dass ihr linkes Kniegelenk schmerzt ...
Der wundert sich dann eher, dass das rechte Knie nicht auch schmerzt.
Vermutlich muss ich vorher ein Stündchen warten, bevor wir dann beide ratlos mein Knie angucken und er mich dann an einen Experten überweist.
Dann hole ich mir einen Termin - nächster Termin frei im Januar.
2018 natürlich - ich bin Kassenpatient ...
Und bis dahin hat sich mein Knie längst wieder berappelt.
Also lasse ich das mit dem Arzt.

Außerdem habe ich zuviel zu tun um Zeit in Wartezimmern zu verplempern und mir dort einen Virus einzufangen, den ich noch gar nicht kannte und dessen Bekanntschaft mich auch nicht weiter erfreut.

Es ist verrückt:
ich frage mich, wie ich das jemals geschafft habe, die Kinderlein, Haus, Garten und Haustiere zu versorgen UND nebenbei auch noch zu arbeiten.
Mir ist allerdings sehr einleuchtend klar, warum ich so herzlich wenig Privatleben habe.
Mehr Privatleben wünsche ich mir derzeit aber auch nicht.
Eine Freundin versucht sich gerade beim Dating und mir reichen die Erfahrungen aus 2. Hand.
Ein Mann um die 60 hat ihr gönnerhaft erklärt, dass jüngere Frauen ja ganz nett für zwischendurch seien, aber von denen könne keine anständig bügeln!
Mit "jünger" meinte er übrigens nicht die knapp 50 Jahre meiner Freundin, sondern irgendwas bei 30.
Nö, nö, Frauen um die 40 sind in Männeraugen gleichaltrig mit 60.
Basta!
Und bisher entpuppten sich die Dates meiner Freundin weniger als feurige Liebhaber, interessante Gesprächspartner oder potentielle Begleiter für Reisen, Oper und Museen, als vielmehr Männer auf der Suche nach einer kostenlosen Haushälterin und Altenpflegerin.
Ooooooder es melden sich ganz erstaunlich junge Männer, die schon immer mal eine Alte f***en wollten.
Der Charme von "Jugend forscht" ...

Kenne ich ja noch ... hin und wieder bin ich ja ...* genug, doch mal wieder eine Kontaktanzeige aufzugeben.
Bei * fehlt mir das passende Adjektiv.
Irgendwas wie "betrunken" aber ohne Alkohol.

Meine letzte Anzeige dümpelt noch irgendwo rum ... ich habe nicht mehr reingesehen, nachdem ich 3 Mails an einen Mann vergeudete, bis er fragte, ob es mir etwas ausmachen würde, beim Sex Gummistiefel zu tragen.
Mein Kopfkino hat seither ein gewisses Vergnügen daran, mir dauernd mit nackten Männern in Gummistiefeln erotische Träumereien zu versauen.

Lassen wir das (erstmal ...)

Übe ich erst einmal, dass der Aufwand lohnt.
Ein latentes "der Aufwand lohnt doch nicht für mich allein" spielt derzeit nämlich Bremswagen in meinem Leben.
Ich merke, dass sogar die Hunde mehr innerlich gerechtfertigte Gründe für Aufwand sind, als "ich allein".
Einen Strauß Blumen im Garten pflücken und auf den Tisch stellen, nur für mich und meinen Saft?
Ans Meer fahren?
Nach Hamburg und ins Museum gehen?

Ich arbeite daran ...





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich bitte die "Anonymen" zur besseren Unterscheidung mit einem Vor- oder Spitznamen zu signieren :)