Worum es hier geht

Montag, 13. Juni 2016

Urlauben, Urlauben ...

... wie Maulwurfn sagen würde.

Gerade sitze ich in Göteborg im Hotel und schmöker in "No Shopping" von Judith Levine herum, die vor Jahren ein kommerzarmes Jahr ausprobierte.
Sie verzichtete nicht nur auf nicht notwendige Einkäufe - also "Shopping", sondern gleich auch noch auf alle Kulturerlebnisse, für die sie hätten bezahlen müssen, wie Kino, Theater, Oper und Museen, sondern auch noch auf Restaurant oder Cafe-Besuche.

Da mich nur der Gedanke, weniger Kram im Haus zu haben und gleichzeitig Geld einzusparen bei meinem Konsumverzicht lenkt, gehe ich bei meinen Shopping-freien Zeiten andere Wege.
Der August rückt näher und ich freue mich "hauptsächlich" darauf.
Natürlich ist der Gedanke, dass dann keines meiner Kinder mehr bei mir lebt, hin und wieder einschüchternd, aber da ich gerade mit meiner Tochter unterwegs bin, nicht ganz so beängstigend.
Das Verhältnis zu meiner Tochter ist trotz - oder wegen? - ihres Auszugs vor 2 Jahren einfach interessanter geworden.
Nicht weniger innig, nicht weniger mütterlich von meiner Seite aus - eigentlich finde ich es sehr schön so wie es ist und hoffe auf eine ähnliche Entwicklung bei meinem Sohn.

Spannend sind dann auch meine Möglichkeiten, wenn nicht mehr die Mutti in mir im Vordergrund steht.
Vieles aus dem Alltag meiner Tochter, erinnert mich an mein Leben "vor Ehe und Kindern" und ich überlege, welche Bereiche davon ich gern wieder für mich erschließen möchte.

Ganz sicher scheint mir nur, dass ein rundum Abspecken in Sachen Kram und Kilos mir Zeit und Raum geben wird, darüber nachzudenken und dass auch die Idee, daraus ein Projekt zu machen, mir über den Abschied von Kind und Lebensphase helfen wird.
Der alte Gedanke, mit dem ich diesen Blog einfach einen Tick zu früh begonnen habe, gefällt mir wieder - "ordentlich abnehmen II" - also das Entrümpeln/Konsumverzicht und Abnehmen/Saftfasten zu verbinden.

Auf dieser Reise merke ich gleichzeitig, wie wenig Kram man eigentlich braucht, aber auch zugleich, wie sehr mich mein Gewicht aufhält/abhält - ich wollte nicht behindert schreiben.
Sobald ich eine gewisse Kilogrenze überschreite, wird mir regelrecht die Luft knapp und ich muss dauernd stehen bleiben und auch überhaupt langsamer gehen, da ich sonst keine Luft bekomme.
Nicht, als wäre ich von der Anstrengung außer Atem geraten - ich schwitze dabei auch nicht - sondern einfach als wäre meine Lunge einer dieser biestigen, kleinen Luftballons, in die man kaum Luft hinein gepustet bekommt.

Immerhin passt das Shirt zum Kattegat :)

Kommentare:

  1. Liebe Carola,
    es ist ein schwieriger Schritt, diesen Weg zu gehen. Durch den Neuanafang, der ist es ja irgendwo, bekommst du hoffentlich ausreichend Energie, auch dran zu bleiben.
    Alles Gute, Livia.

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  2. Liebe Frau Pfundi, ich lese ja schon ein Weilchen mit - und was ich sehr schätze an Deinem Blog, ist diese Offenheit, diese Ehrlichkeit, mit der Du mit Dir selbst umgehst.

    Ich habe, glaube ich, vor einem Jahr begonnen, hier mitzulesen, und ich glaube, das war ungefähr der Zeitpunkt, als Du das Saftfasten ausprobiert hast. Ich fand das echt spannend und interessant, weil ich wissen wollte, wie das für Dich funktioniert, wie Du damit zurechtkommst. Aber ich gebe zu: Ich wollte auch wissen, was passiert, wenn das Saftfasten endet? Wie machst Du nach dem Saftfasten weiter, um einen JoJo-Effekt zu verhindern?

    Ich frage mich das schon eine ganze Weile und wagte nicht, diese Frage auszusprechen, aber... Ist das Saftfasten an sich nur ein Einstieg, um auf ein Gewichtslevel zu kommen, mit dem man dann "weiterarbeitet"? Weil... Wie lange soll man saftfasten? Diese 60 Tage und dann? Wenn man den Körper so auf "Sparflamme" gesetzt hat, zieht er sich dann nach dem Fasten nicht alle mögliche Energie aus allem möglichen, das man zu sich nimmt? Selbst aus dem Zucker im Obst?
    Müsste man also ewig weiter saftfasten? Aber auf Dauer geht das doch auch nicht?

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  3. Hallo Helma,
    kannst ruhig fragen :)
    Ja, bei mir hat der Jojo voll zugeschlagen und ich habe mich fast zum Ursprungsgewicht zurückgebracht, aber das war eine nahezu bewusste Entscheidung.
    Ich habe ein Thema am Hals, das mich ganz wunderbar aus der Bahn werfen kann und zudem habe ich eine Neigung zu Depressionen. Beides kann ich mit Essen kompensieren und dies habe ich im Frühjahr recht trotzig getan.
    Damit, dass meine Mutter sich nun endlich entscheiden konnte, ins Altersheim zu ziehen und wir nicht mehr fürchten müssen, dass sie daheim zu Grunde geht, sehe ich eine Schuldigkeit erledigt und werde mich nicht mehr in einem Umfang engagieren, den ich selbst als zu belastend empfinde.
    Ok, diesen Zeitpunkt hatte ich schon einmal als gekommen gesehen ... aber ich werde die Saftfasterei nun unverdrossen wiederholen und mich hoffentlich damit wieder auf den zuvor eingeschlagenen Weg bringen.
    Der war nämlich ziemlich Klasse - ich hatte wieder zu joggen begonnen und nahm nur moderat zu. 60 Tage Saftfasten ist ein wundervoller Weg, Abstand von alten Gewohnheiten zu finden - zu alten Portionsgrößen und man hat viel Zeit, ungute Gewohnheiten und Reflexe zu erkennen.
    Mich beißt es selbst, dass ich sehenden Auges wieder in genau die alten Bahnen geraten bin - andererseits ist es beruhigend zu wissen, wie ich mich da wieder rausbringen kann. Darum bin ich derzeit zwar durchaus genervt, aber nicht mutlos.
    Bzw. hey, ich habe Urlaub, habe einen happigen Sonnenbrand und gucke mir in den nächsten Tagen in aller Ruhe Oslo an :)

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Ich bitte die "Anonymen" zur besseren Unterscheidung mit einem Vor- oder Spitznamen zu signieren :)