Worum es hier geht

Dienstag, 5. April 2016

Saftfasten mit narzisstischer Mutter ...

Ja, so langsam werde ich ein wenig zynisch, denn ich wollte doch eigentlich die Alien-freie Zeit nutzen und mein Saftfasten jetzt mit Wildkräutern so richtig schön dokumentieren.
Aber derzeit kann ich froh sein, wenn ich überhaupt im Fastenmodus bleibe, da meine liebe Mama wieder mal alle in Atem hält.
Mein Riecher, dass sie derzeit nicht nur inszeniert, sondern es ihr tatsächlich schlecht geht, war richtig.
Heute ist sie nun endlich im Krankenhaus gelandet.
Warum der Arzt sie letzten Freitag nicht schon ins Krankenhaus gesteckt hat, ist ein Rätsel, denn nun wurde von der aus dem Urlaub zurückgekehrten Hausärztin recht aufgebracht verkündet, wir hätten doch schon eher einschreiten müssen - noch eine Woche länger und sie wäre vermutlich tot!
Krasse Aussage.
Und natürlich bin ich nun wieder auf dem Sprung und werde hinfahren, sobald der Alien aus seinem Urlaub zurück ist.

Mein innerer Schweinehund schlug vor, umgehend eine Pizza mit mindestens 4 Käsesorten zu bestellen und in aller Ruhe ab August Saft zu fasten, aber pöh ...
Ich habe jetzt einen Vorrat an gekauften Gemüsesäften hier und vorhin habe ich es doch mal geschafft, mir auch wieder einen richtig leckeren Saft zu machen.
Die Wildkräuter fielen flach.

Das Rezept setze ich aber gleich in meinen mutterlos seriösen Saftfasten-Blog.
Wer also kein Chaos-Gesabbel, sondern ausschließlich Saftfasten haben möchte, der lese bitte dort.
Mein Gesabbel hier tut mir ganz gut - Eure Reaktionen noch besser.

Das NPS-Thema finde ich weiterhin sehr interessant.
Es nimmt meiner Mutter das Unheimliche, das Böse, das Monströse, das Bedrohliche.
Diese NPS betrifft wohl viele Menschen der Kriegskindergeneration, der meine Mutter angehört.
So gesehen ist sie ein Opfer der Umstände.

Meine Oma hat immer viel vom Krieg erzählt, von den Nächten im Luftschutzkeller, von der Flucht, vom Ausgebombt Werden, davon alles zu verlieren und wie auch mein Onkel schon als Baby sterben musste. All das hat meine Mutter als Kind erlebt und es hinterließ wohl Spuren.
Auch stelle ich es mir hart vor, 2 Töchter zu haben, die einfach nicht gut genug sind um sie zu lieben.
Wenn ich mir vorstelle - all die Arbeit, Sorgen, Kosten - das Angebunden Sein, das ich mit meinen Kindern habe/hatte durchstehen zu müssen, ohne Mutterliebe. Das muss für sie tatsächlich hart gewesen sein.
Was habe ich dagegen für ein Glück, dass ich meine Kinder immer lieben kann und konnte, auch wenn ich gelegentlich vor Wut mal auf der Stelle hopsen möchte.

Als Kind war ich mir sicher, sie sei nicht meine Mutter, sondern eine Hexe oder zumindest die Stiefmutter im Märchen meines Lebens. Damals fand ich den Gedanken, wie sie dann mit glühenden Schuhen tanzen würde, sehr sehr befriedigend.

Ist es aber nicht.
Mir ist schon klar, dass ich wieder ein paar "Treffer" einkassieren werde,
wie schade es sei, dass mit meinen Haaren nur Scheißfrisuren gehen,
dass ich so dick niemals wieder einen Mann abbekommen werde,
dass ... egal ... insgeheim sammel ich damit nur Stoff für diesen Blog und werde schauen, ob man ihre Schuhe nicht ein wenig herunterkühlen kann.






Kommentare:

  1. Liebe Carola
    es berührt mich sehr, zu lesen, wie dein Verständnis um die Krankheit,( oder sagt man die Ursache?)- weshalb deine Mutter so ist wie sie ist, Auswirkungen auf dein Wohl hat.
    Ist vermutlich ein Geschenk dass Du das alles vor ihrem Tod noch erleben kannst. Und wunderschön zu lesen, dass Du, obwohl Du kein gutes Vorbild hattest, selber eine liebende und authentische Mutter bist, die ihren Kindern bedingungslose Liebe geben kann.
    Vielleicht ist das was Du von deiner Schwester geschrieben hast, auch so eine art bedingte Liebe, wenn ich meinem Kind ja "unterstelle"sowas schlimmes wie einen Schlüssel verstecken nie gemacht zu haben, was sende ich dann für eine Botschaft?
    Dass man nicht mehr liebenswert währe wenn man sowas (profanes wie einen Streich) nicht machen darf weil man sonst nicht liebenswert währe?
    Nur so spintisiert, aber das kann nach aussen wie eine Übermutter wirken, aber unterschwellig genau die gleichen Botschaften senden wie Du sie von deiner Kindheit her beschrieben hast:
    Du bist nur gut wenn Du meinen Vorstellungen entsprichst.
    So, genug fantasiert.
    Danke, lässt Du uns an deinen Gedanken teil haben.
    Lieber Gruss
    Susanne

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    1. Die Beziehungen meiner Schwester laufen leider allesamt nach dem Muster ab, dass sie anfangs grenzenlos liebt und bewundert und dann doch von jedem ganz grauenhaft betrogen, belogen, hintergangen und enttäuscht wird. So ja auch von mir ... man kann diese "Missverständnisse" ein paar Mal mühsam und hoch emotional aufklären, bis man dann einfach nicht mehr kann und auch das Muster dahinter begreift. So stellte ich meiner Schwester ein klares Ultimatum, als es darum ging, den Nachlass meines Vaters zu klären. Ich habe alles minutiös protokolliert und ihr klar gesagt, dass ich mich - auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin - um alles kümmern werde, aber jeglichen Kontakt komplett abbrechen werde, sollte sie einen Weg suchen/finden, mir später vorzuwerfen, ich hätte sie um irgendwas betrogen.
      Ratet mal ... natürlich habe ich sie um ihr Erbe betrogen. Leider wurde all dies nur mündlich verbreitet, sonst hätte ich nicht nur jeglichen Kontakt abgebrochen, sondern sie auch noch angezeigt. Ich wünschte, ich hätte schriftstelleriche Qualitäten, denn es hat schon einen rabenschwarz lustigen Beigeschmack, wie meine Schwester ausgerechnet aus einem gutmütigen Troll wie mir das ewig Böse unter der Sonne ihres Lebens macht und wie sie es schafft, auch 10 Jahre nach dem Kontaktabbruch noch unter mir zu leiden. (und unter der Trennung unserer Eltern vor bald 50 Jahren ...) Insgeheim bewundere ich sie dafür. Übrigens widerspreche ich all diesen Unterstellungen nicht mehr, sondern füge immer noch zu: ja, und ihr Streifenhörnchen habe ich auch ermordet!

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  2. Liebe Frau Pfundi
    Sie sind ein toller Mensch (auch wenn ich Sie nur aus dem Blog kenne) und es ist sehr bereichernd zu lesen wie Se Ihr Leben meistern.
    Egal auf welchem Blog...
    Weiterhin alles Gute.
    Anonym 1

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  3. Hallo Carola
    Die Jugend holt einem wohl immer mal wieder ein. Wenn ich so lese hatte ich wohl einen narzistischen Vater... meine Mutter starb als ich 11 war.
    Das Leben ist kein Ponyhof. Ich beschäftige mich nur gerade nicht ausführlicher mit dem Thema, da ich gerade eh nicht so fit bin und vermute, das würde zuviel. Aber ich find es gut daß du so offen schreibst, das gibt mir die Möglichkeit, das Thema im Hinterkopf zu behalten. Ich werde mich damit beschäftigen wenn meine Gesammtkonfiguration stabil ist.
    Dir: Kopf hoch. Ich bin schon seit der Anfangszeit auf der Hausfrauenseite und bewundere, wie du dein Leben lebst. Das hat mir immer mal wieder einen Tritt gegeben wenn ich in die "bin die ärmste der Welt-Falle" treten wollte.
    tu dir was gutes - geh in die Sauna, schwimmen oder ... lass dir irgendwas einfallen. Und dann freu dich darüber daß du heute glücklich und selbstbestimmt leben kannst. die Scheißzeiten sind dazu da, daß wir uns über die anderen Zeiten mehr freuen können.
    Ganz liebe Grüße

    Heike

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    1. Oh ja, schön vorsichtig sein!
      Ich habe nicht ohne Grund geschrieben, WIE heftig mich der Besuch auf dieser Webseite erst mal überrollt hat. Im Oktober war meine Stiefschwester dabei, als mir zufällig ein kleines Zeitzeugnis meiner verdrängten Kindheit in die Hand gedrückt hatte und ich fast umgekippt bin (kein Scherz, mir blieb einfach die Luft weg und ich wurde wohl aschfahl, obwohl ich ganz automatisch brav alles weggelächelt habe) - ihr konnte ich den Besuch der Webseite sehr schön erklären: "weißt du noch, als mir mit dem Brief ein kleines Stückchen Kindheit in die Hand gedrückt wurde? Auf der Webseite bekam ich die komplette Kindheit auf einen Rutsch ab!" Vermutlich stimmt das auch nicht, fühlte sich aber so an und kann man sicherlich nicht immer brauchen ... Ich möchte auch weiterhin gar nicht alles präsent haben oder aufarbeiten. Im Gegenteil, ich bin absolut dankbar, jetzt eine griffige Formulierung zu haben "meine Mutti hat eine NPS" - statt irgendwelche Beispiele aufführen zu wollen, die mich in den Ohren anderer immer etwas irre klingen lassen. Und selbst diese Formulierung werde ich auch nur brauchen, um mich besser um sie kümmern zu können. Im Umgang mit Dritten brauche ich keiner Rechtfertigungen. Mit meiner Tochter habe ich zuletzt mal über Ohrfeigen gesprochen. Ich habe ihr immer klar gesagt, dass jede einzelne Ohrfeige von mir Unrecht war. Einem Menschen ins Gesicht zu schlagen, ist demütigend und völlig falsch. Ich habe das getan und es war falsch. Und ich habe auch ganz schnell damit aufgehört und bin dann lieber mit der "ich bin wütend"-Ich-Botschaft aus dem Raum geflüchtet. Meine Tochter wollte mir jetzt eine "ich war ja auch manchmal ganz schön frech!"-Absolution erteilen, die ich mir verbeten habe. Kinder sind frech und wenn eine Mutter dann um sich schlägt, macht sie einen Fehler. Fertig. Ich habe Fehler gemacht und der Satz braucht kein aber und keinen Verweis auf meine traurige Kindheit. Das Schöne daran ist einfach: ich machte Fehler und ich hörte damit auch wieder auf und zwar sehr flott!

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  4. Wenn du keine Fehler machen würdest, wärst mir unheimlich....

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Ich bitte die "Anonymen" zur besseren Unterscheidung mit einem Vor- oder Spitznamen zu signieren :)