Worum es hier geht

Donnerstag, 18. Februar 2016

Das Schöne beim Abnehmen

Gestern schob ich noch einen schönen Waldspaziergang ein, für den ich eigentlich gar keine Zeit hatte.
Aber es war wieder einer dieser Tage:
klirrkalt und wahnsinnig sonnig zugleich

Also ab mit den Hunden in den Wald.
Da ich es ja eilig hatte, ohne Fotoapparat ... aber das IPad kam mit.
Und dann sah ich diese wunderschönen Eiszapfen an einem der Wassergräben entlang des Wegs.
Das musste ich doch fotografieren!

A photo posted by Carola (@nordseh) on



Von oben war der Winkel doof, also stieg ich hinunter in den Graben.
Etwas bange, ob ich nasse Füße bekäme, aber nein, die Ränder waren gut gefroren.
Als ich dann einen Riesenschritt machte und mich damit wieder zurück auf den Weg hiefte, ging mir auf, dass ich das 2014 nicht geschafft hätte.
Auch im Winter 2015 hatte ich ja gut wieder zugelegt und auf ein paar ähnliche Fotos lieber verzichtet.
Die 8-9 kg, die ich jetzt seither wieder los bin - 15 kg von 2014 aus gerechnet - machen optisch keinen großen Unterschied.
Auf Fotos bin ich noch immer kugelrund und wenn ich eine Boutique betrete, bekomme ich diesen "in ihrer Größe ham wa nix"-Blick.

Aber so im Alltag, da spüre ich Riesenunterschiede.
Jetzt schon.
Hin und wieder bekomme ich ja witzige Mails mit dem Hinweis, ich würde Dicke mit meinem Blog diskriminieren.
Zufällig kenne ich mich mit Dicken ein wenig aus (...)
Wenn ein Dicker gerade keinen Nerv aufs Abnehmen hat oder mit seinem Leben als Dicker - bzw. als als Mensch, der nebenbei auch dick ist - ganz zufrieden ist, wird er kaum extra in einem Diätblog herumschmökern.
Tue ich jedenfalls nicht, wenn das Thema bei mir nicht gerade akut ist.

Und natürlich macht man sich so seine Gedanken - persönlich möchte ich keine Fotos machen, in denen ich meine Jeans, die mir in dicksten Zeiten die Treue hielten, wie in einer Freak-Show vor mich halte.
Auch werde ich mich auf "vorher"-Fotos nicht nieder machen.
Das Doofe ist, dass ich mich in den höchstgewichtigsten Zeiten nicht gerade darum riss, mich knipsen zu lassen.
Entsprechend "posiert" man in dieser Zeit - versucht also mit dem Hintergrund zu verschmelzen oder sich hinter 1-4 Dünnen zu verstecken.
Hin und wieder reizt es mich, bei solchen Fotos irgendwas Nettes über das Vorher zu sagen.
Und sei es nur die Frisur, der Nagellack oder sonstwas, was mir dort auffällt.

Da ich es gestern eilig hatte, beschloss ich nach der Knipserei meinen normalen Rundweg kräftig abzukürzen.
Es gibt einen Weg, in dem es quer durch den Wald hoch geht.
2014 habe ich diesen und einen Weg, den ich im Herbst dann teilweise sogar gejoggt bin, komplett gemieden, da mir die Luft dabei knapp wurde.
Gestern lag dieser Weg nun voller Baumstämme - ich ging ihn trotzdem und merkte zwischendurch meinen Lieblingsunterschied zu 2014:
wenn ich ins Stolpern gerate, heißt das nicht mehr zwangsläufig, dass ich auch stürze!

2014 war da wie verhext:
wann immer ich stolperte, schlug ich im nächsten Moment auch lang hin.
Ich bekam einen regelrechten Hass auf meinen dummen, blonden Hund, der mir zu gern vor die Füße läuft.
Ich verlor die Freude an den Spaziergängen und wann immer möglich, blieb ich doch lieber im Haus.
Das Stolpern und die Stürze machten mir wirklich Angst.
Mit meinem Gewicht zu stürzen ist nicht Ohne.
Und da ich keinen Partner habe, stellt ein Krankenhausaufenthalt für mich ein Riesenproblem dar:
wer versorgt meine Tiere, meinen Garten - mich???
Und: wie komme ich aus dem Wald überhaupt in ein Krankenhaus?

15 kg weniger machen mich natürlich nicht unverwundbar, sind aber eindeutig besser auszubalancieren, denn ich gerate öfter mal ins Stolpern.
Auch wird da weniger Masse beschleunigt und auf irgendein Gelenk geschmissen ...

Den Weg mit den querliegenden Bäumen hat Spaß gemacht.
Zeit hat es sicherlich nicht gespart, denn ich war anschließend "wildschweinfarben" und auch "duftig" und musste duschen, aber ... lustig war es.
Und da ich immer Kuchen mitbringe, werde ich von den anderen auch dann nett begrüßt, wenn ich etwas später ins Flüchtlingscafe komme :)

Kommentare:

  1. "Wenn ein Dicker gerade keinen Nerv aufs Abnehmen hat oder mit seinem Leben als Dicker - bzw. als als Mensch, der nebenbei auch dick ist - ganz zufrieden ist, wird er kaum extra in einem Diätblog herumschmökern."

    Doch, eigentlich schon :-)
    Du schreibst schöne Artikel mit erfreulicher Alltagsironie und ich les das gern. Das Abnehmen ist ja nur ein Teil des Ganzen. Und es freut mich ganz ungemein, die kleinen und großeren Erfolge zu lesen!
    (Zur Einordnung: Ich hab einen BMI >30, halte das aber für weitgehend irrelevant.)

    Übrigens: Schade dass Du Deine verschiedenen Projekte auf so viele Blogs verteilst. Das macht es ein wenig umständlich, allen zu folgen. Kaum hab ich alle RSS Feeds gesammelt, macht Du ein neues Blog auf ;-)

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    1. Ja, ich musste mit Schrecken sehen, dass es eine Obergrenze von 100 Blogs pro Person bei blogger gibt :)
      Ganz ehrlich:
      ich habe keine Ahnung, warum ich sooo viele Blogs habe, aber ich mag es so und ich habe auch keinerlei Problem zu wissen, was in welchen Blog gehört.
      Das Saftfasten hat gerade einen komplett eigenen Blog samt schicker Domain erhalten, da es nicht nur zum Abnehmen taugt und wer sich nur seriös für Infos zum Saftfasten interessiert, dem möchte ich mein Gesabbel hier gar nicht antun.

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Ich bitte die "Anonymen" zur besseren Unterscheidung mit einem Vor- oder Spitznamen zu signieren :)