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Dienstag, 26. Januar 2016

Endlich angekommen - Saftfasten 2016

Tag 12 und endlich bin ich im Saftfasten angekommen!
Mein sonntägliches Innehalten und Stoßseufzen hat mich regelrecht auf Kurs gebracht.
Ich nahm tatsächlich ein Schaumbad und ging danach mit einer Tasse Tee ins Bett, obwohl es erst gegen 21 Uhr war.
Ich habe mich dadurch auf meinen Heißhunger konzentrieren können, statt von ihm überrollt zu werden.
"Komm nur, ich bin bereit!"

Montag erwachte ich lächerlich früh und das war eigentlich auch gut so, denn so konnte ich früh aufs Laufband gehen, duschen und mich an die Arbeit setzen.
Yeah!
Laufband und Duschen bekam ich hin, aber dann stellte mein Alien fest, dass er kein Brot mehr hatte, aber dafür Hunger.
So ein selbstgemachter 2-Meter-Mann kann ganz schön nerven.
(er ist noch nicht mal wirklich 2-Meter groß ... "nur" 1,93 m, aber Ihr wisst schon, was ich meine)
Er grummelte mit seiner Montagslaune hier herum, hatte leider erst sehr spät Schule, bemerkte das Fehlen der Cornflakes, erwähnte seinen Hunger und was "gute Mütter" (alle Mütter außer mir!) täten (morgens aufstehen, Frühstück für ihre Söhne machen, ihre T-Shirts bügeln ...) und verschwand brummelnd unter der Dusche.
Pöh!
Ich buk aus 250 Gramm Mehl, 500 ml Sojamilch, 40 Gramm Zucker und Backpulver ein veganes Eierkuchengebirge und wo ich gerade dabei war, gleich noch 12 vegane Kirschmuffins, bevor ich mir dann auch noch meinen Saft machte.

Als mein Alien dann endlich verschwunden war, begann ich mit der Arbeit ... kam aber nicht so weit, als mir das Packeis einfiel.
In den letzten Tagen hatten wir ein bezauberndes Winterwunderland im Norden gehabt.
Wenig Schnee, aber alles entzückend weiß gepudert und Eiszapfen überall.
Ich muss ca 500 Fotos gemacht haben, war aber nicht ans Meer gekommen und nun würde das Packeis von mir ungesehen schmelzen!

Im nächsten Moment hatte ich Kaffee, mehr Saft und die Hunde ins Auto gestopft.
Nach kurzem Überlegen scheuchte ich die Hunde erst mal mit dem Ball über die Wiese und ließ sie dann wieder einsteigen, denn ich möchte nicht erleben, dass mir einer der beiden noch in mein Mini-Auto pinkelt.
Und dann ging es ab nach St. Peter Ording.
Wattenmeer.
Eine saugute Entscheidung!
Ich habe nicht vor, hier nun ständig meine Ausflüge aufzulisten, aber diesmal muss es (für mich) so ausführlich sein, weil der lange Strandspaziergang eine wahre Fastenwanderung war.
Es war so nebelig, dass rechts und links von mir die Welt in einem Wattegrau verschwand.
Dazu Meeresrauschen und gelegentlich ein Seevogel.
Vom Meer sah ich nicht viel.
Auf der ganzen Welt gab es nur mich und 2 völlig glückliche Labrador Retriever, die sozusagen in ihrem Element sind.
Obwohl beide hier geboren sind, merkt man ihnen ihre Herkunft.
So etwas wie "zu kalt und ungemütlich" gibt es für die beiden nicht.
Es war so neblig - obwohl es nicht regnete, musste ich mir dauernd das Wasser aus den Augen wischen, während ich den Holzbohlenweg Richtung Meeresrauschen ging.
Die Aussicht war Klasse, aber sehr begrenzt.
Zweimal tauchten aus dem Nebel andere Wanderer auf und wir begrüßten uns knapp, aber nahezu euphorisch.
Bekloppte unter sich :)
Am Ende des Holzbohlenwegs konnte ich das Wasser nicht sehen.
Auch das Toilettenhaus nicht.
Oje, das hieß, ich würde am Wasser auch den Holzbohlenweg nicht sehen und dann?
Glücklicherweise entdeckte ich die deutliche Spur aus Fußstapfen im Sand und denen folgte ich.
Aus dem Nebel tauchte dann sogar das wohl schönste Toilettenhaus Deutschlands auf und für all die Sommerurlauber die sich fragen, warum es ein Pfahlbau ist:
hier begann dann auch das Meer.
Der Sand war bedeckt von harschen Eisplatten, auf denen sich meine Labbis umgehend und ausgiebig zu wälzen begannen.

Ein von Carola (@nordseh) gepostetes Foto am


Dahinter das Meer, aber das Rauschen verriet, dass es nicht so "flüssig" war wie sonst.
Die Wellen schwappten träger, das Rauschen raschelte.
Aber alles verschwand im Wattegrau.
Ach, herrlich.

Als ich später zum Auto zurück kam, war ich klatschnass - aber das hatte ich geahnt und so konnte ich mich abtrocknen und eine andere Jacke/Mütze anziehen.
Weiter ging es zur "Badestelle" nach Vollerwiek.
Der Vorteil dort ist, dass dort direkt hinter dem Wiesendeich ein Weg entlang führt und man besser auf das Wasser herunter schauen kann. In St. Peter Ording hatte ich das Packeis nur ahnen und hören können - hier aber konnte ich es auch sehen.
Die Sicht war weiter begrenzt, aber doch viel weiter.
Ich weiß gar nicht, wieeee lange ich gestern draußen herumgelaufen bin, aber es hat mich "erfüllt".
Glücklicher gemacht, als Chips das je könnten ...
Und es erinnerte mich an den Film von Joe Cross.
Zwar bin ich jetzt mit dem Auto nicht kreuz und quer in den USA unterwegs, aber Nordfriesland ist kein übler Ersatz.

Was ich sagen will ist:
natürlich muss ich arbeiten und natürlich sind meine Kinder mein Leben (oder so) aber 2016 werde ich mit Händen, Füßen und meinem kleinen roten Auto Platz für mein Saftfasten schaffen!
Ein Fasten keine Diät - für eine Saft-Diät könnte ich beim Arbeiten Saft trinken und gut ist.
Ein Fasten kostet Zeit, Raum, Konzentration und ein "sich drauf Einlassen".
Und deshalb nun das Gefühl, endlich im Fasten angekommen zu sein.

Ein von Carola (@nordseh) gepostetes Foto am



Boah, für meine Verhältnisse war das jetzt schon seeeeehr esoterisch!

Praktisch:
Heute ist Tag 12
die Waage sagte 98,4 kg

Und jetzt muss ich nur noch die Fotos hierfür herauswühlen!



1 Kommentar:

  1. Einfach toll. Ich sehne mich auch nach so einem Tag. Just me, myself and I und Hunde und Meer. Super, dass Du Dir die Zeit für Dich genommen hast. Das könnte der Schlüssel sein, sich nicht immer nur über Essen "Gutes" zu tun. Liebe Grüße, Silke in100tagen

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