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Dienstag, 20. Oktober 2015

Gemüsesaft-Fasten im Herbst

Doch ja, ich entsafte wieder ...
Ich bin nur gleichzeitig auf die Idee gekommen, meinen Kleiderschrank wieder einmal zu entrümpeln und auf den Winter umzustellen.
Eine hervorragende Idee, mit der ich allerdings mein Häuschen ziemlich verwüstet habe.
Sonntag habe ich alles aus dem Kleiderschrank auf den Esstisch geräumt.
Den Esstisch brauche ich ja in den nächsten Tagen eh nicht.
Den Morgen begann ich mit meinem geliebten Milchkaffee, auf den ich auch während des Saftfastens nicht verzichte.
Mittags machte ich mir dann einen leckeren Saft aus Karotten, Birnen, einer Zitrone, einer Chillischote und einer Handvoll Spinat.

Zuerst einmal putzte ich den leeren Kleiderschrank.
Dann legte ich Musik auf und probierte nacheinander jedes einzelne Teil an.
(damit wurde ich übrigens heute erst fertig ...)
Nachdem ich damit zum Spiegel getanzt war, entschied ich für jedes Kleidungsstück, ob es zu meiner Herbst-Wintergarderobe in den Kleiderschrank zurück käme, mit den anderen Sommersachen auf den Dachboden oder "weg!"
Wobei sich "weg!" noch einmal "verkaufen/verschenken" und die Mülltonne aufteilte.

2 noch sehr schöne Shirts landten im "weg!", weil sie mir viel zu weit sind.
Ein gutes Gefühl.

Nachmittags spendierte ich mir nach dem Joggen/Duschen noch einen Kaffee.
Oh, ich hatte soooo Lust auf einen Schluck Amaretto im Kaffee.
Und leider hatte ich auch noch Amaretto.
Ach, und es war doch noch erst der erste Tag ...
Morgens hatte mir die Waage 95,9 kg angezeigt (vor einer Woche waren es noch 93,7 kg gewesen, aber das passiert, sobald ich sage "nächsten Sonntag werde ich wieder Gemüsesaft fasten": ich esse mich vorher noch schnell kugelrund! Besser ist es mit dem Saftfasten "sofort" zu beginnen - aber das passte zeitlich leider gar nicht)
Und überhaupt ... da war noch Amaretto.
Also gab ich einen sehr großzügigen Schluck davon in meinen Kaffee.
Wie dumm ... besser wäre, ich würde in den nächsten Tagen nicht wieder in Versuchung geraten, nicht wahr?!
Also goß ich noch einen sehr sehr großzügigen Schluck Amaretto in meine Kaffeetasse (nachdem ich ein wenig Kaffee abgetrunken hatte) und die Flasche war leer.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!
Hier ist kein Amaretto mehr, der mich in Versuchung führen könnte und der Amaretto mit Kaffee war echt lecker!

Als ich gerade mein feines Kleid für die Oper und andere Anlässe anprobierte - also ich im schicken Kleid, aber ungeschminkt, mit mittlerweile ziemlich zerrupfter Frisur vom vielen Anprobieren und in Häschenpantoffeln gegen kalte Füße - klingelte es an meiner Tür.
Höhö ... da mein Haus ein Stück von der Straße weg liegt, habe ich eine wundervolle Glastür als Eingangstür.
Hin und wieder ist das kein Vorteil.
Wenn ich zB im Ballkleid und Häschenpantoffeln im Badezimmer vor dem Spiegel stehe, kann ich nicht schnell und ungesehen ins Esszimmer zurückkehren und in Jeans und Pullis schlüpfen.
Ich konnte mich auch schlecht tot stellen, denn alle Lichter waren an und George Michael sang gerade sehr laut und überzeugend, er wolle meinen Sex.
Ich stellte mich also dem Besuch an der Tür:
3 Jungs um die 12 Jahre, die das hier sehr beliebte "Hans im Glück" spielen.
Mutti drückt ihrem Nachwuchs irgendwas in die Hand und während der Nachwuchs in der Nachbarschaft herumklingelt und sich "hoch tauscht", genießt Mutti die himmlische Ruhe ...
Die 3 Jungs hatten eine Dose Karamell-Mandeln.
Na toll ... und ich hatte ... Stangensellerie?!
Ah! Eine Flasche Wodka! Ich hatte doch noch Likör machen wollen und dafür Wodka gekauft!
Glücklich griff ich zur Flasche ... und stellte sie glücklicherweise schnell wieder in den Schrank.

"Woher habt ihr den Alkohol!"
"Den hat uns die dicke Frau in dem Ballkleid und den Häschenpantoffeln da drüben gegeben!"


Den Ärger kann ich nun echt nicht brauchen, auch wenn ich den Wodka ja nur zum weiter Tauschen rausgeben wollte.
Ich war leise verzweifelt und Robert Palmer addicted To Love, da stieß ich in der Küche auf eine Packung Stevia-Zucker-Mischung.
Hatte ich mal ausprobieren wollen, war im Sonderangebot, aber Stevia ist "iiih!" und so stand das Zeug noch im Schrank.
Die Jungs waren glücklich, denn die Packung Stevia-Zucker war größer als die Dose mit den Karamell-Mandeln.
Leckere Karamell-Mandeln übrigens ...
Also: der Sonntag war kein echter Saftfasten-Tag.
Dennoch begann ich den Montag mit 95,2 kg und nur ganz ganz leichten Kopfschmerzen.

Montag war ich dann viel unterwegs, habe aber unterwegs brav nur Saft getrunken.

Der Dienstag begann dann mit 93,7 kg und nach dem Joggen habe ich mir einen großen Kevin gegönnt.
Ja, ich hatte gesagt, ich würde keinen TrueFruits mehr trinken, da ich das "Schlucken im Dunkeln" ganz schön blöde fand, aber den großen Kevin finde ich sehr witzig ... und lecker.
Und ich musste den Esstisch wieder frei räumen.
Also nicht selbst Gemüsesaft machen, sondern ein Griff in den Kühlschrank.

Den Kleiderschrank zu sortieren, fand ich wundervoll motivierend für den Saftfasten-Beginn.
Und nach einer Abnahme von knapp 20 kg den Kleiderschrank zu sortieren, fand ich auch wunderbar motivierend.

Schauen wir doch mal, wie es weiter geht!
Sicher ist nur, dass ich vor dem 27.10. mit dem Saftfasten aufhören muss, da ich mit ein paar anderen Helfern aus dem Flüchtlingscafe nach Berlin fahre und den Bundestag besuche.

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