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Sonntag, 13. September 2015

der innere Schweinehund ...

Dear doofer Schweinehund ...

Habt Ihr auch das Aufreger-Video aus den USA gesehen?
"Dear fat people!"



Also, bevor Ihr es anklickt:
Es heißt "Liebe fette Leute!" und soll Comedy sein, von einer schlanken Frau.
Humor auf Kosten Dicker - wer gerade eh eine Selbsthass-Phase hat, sollte es nicht anklicken!
Ich habe es mir angesehen und musste auch ein paar Mal lachen, denn immerhin kann Nicole ganz niedlich mit den Augen rollen und sie erzählt da nichts, was sich eine geübte Dicke nicht gelegentlich schon selbst an den Kopf (oder Bauch) geworfen hat.

Relativ am Anfang zeigt sie, wie es wohl aussähe, wenn irgendwelche dicken Menschen sie verfolgen wollten.
Es folgt langsamer Zombie-Walk mit ausgestreckten Armen, denen sie leicht entkommen kann, indem sie etwas schneller geht.

Sie hat ja keine Ahnung ...
Ausgestreckte Arme ... viel zu anstrengend ... !

Ich würde auf die etwas später folgende Flugzeug-Szene warten, beherzt den Sitz verwechselnd auf ihr Platz nehmen, bei der freundlichen Flugbegleiterin nach einer Gurtverlängerung fragen und mein trauriges Versehen dann 12 Stunden später nach der Landung erst bemerken.
Oh, arme dünne Nicole, jetzt ist sie platt!

Nun, ich kann mich weder über Witze über Dicke, noch über Dünne groß aufregen.
Ich finde auch nicht, dass "richtige Frauen" ein paar Pfunde mehr brauchen, an "richtigen Frauen" was dran sein muss oder Dünne aussehen, als würden sie beim Duschen durch den Gully flutschen, man sie füttern solle oder wie wie Bügelbretter mit 2 Druckknöpfen aussehen oder oder oder ...

Die Kommentare unter dem Video sind mittlerweile weg, aber es fanden sich dort erstaunlich viele Kommentare, in denen das Aussehen von Nicole mehr oder weniger witzig niedergemacht wurde.
Die hässliche Kuh solle gefälligst bodypositive sein ;-)

Ja, immer wieder schön und wohl sehr menschlich, dass man Menschen nicht für das kritisiert, was gerade nervt, sondern ... "hey, es ist eine Frau: nehmen wir ihre Schönheit, Figur, Jugend, Mütterlichkeit oder Beziehungsstatus.
"kein Wunder, dass du keinen abbekommst!"
Eine Beleidigung, die viele Frauen in gruseligen Beziehungen ausharren lässt ... alles ist besser als "keinen abbekommen" zu haben.

Egal

Ich wollte mich eigentlich über meinen eigenen inneren Schweinehund aufregen.

Eigentlich geht es mir wunderbar:

Nach der Saftphase habe ich darauf geachtet, mich viel zu bewegen und möglichst Low Carb zu leben.
Zu meiner eigenen Verwunderung klappte das so gut, dass mir die Waage am Tag nachdem ich mein Töchterlein wieder in ihre eigene Wohnung gebracht hatte, eine 92 kg präsentierte.
Cool!
Ich hatte also nicht nur nicht drastisch zugenommen, sondern war fast wieder bei meinem -20kg-Stand aus der Saftphase.

Leider kam ich nicht zum Bloggen.
Will sagen: ich versumpfte ein wenig.
Es gibt so Tage ... vorzugsweise "Die Tage" ... an denen ich keinerlei Energie habe.
Dafür so ein ungutes, bestimmt ganz übel erkältetes Kratzen im Hals, leichtes Schwindelgefühl und das sichere Gefühl, garantiert ohnmächtig im Wald zusammenzubrechen, wenn ich jetzt auch noch joggen gehe.
Dagegen hilft übrigens nur Schokolade, Chips und Likör:
93,3 kg!

Mit etwas Selbstsabotage schaffe ich es, erst so irrsinnig spät schlafen zu gehen, dass ich am nächsten Tag einfach "matschig" bin und mir das dann selbst auch noch als nahende Grippe verkaufe.
Gestern sinnierte ich, dass es jetzt einfach zu kalt ist um im T-Shirt zu joggen.
Aber gleichzeitig zu warm um im T-Shirt und Jacke zu joggen.
Genau:
ich brauche passende Sportpullis ohne Rundhalsausschnitt!
Bis dahin könnte ich leider nicht joggen!
Also, beim besten Willen!
Oh, und leider ist ja nun Wochenende ...

Keine Bange:
ich habe es geschafft, mir vorhin in den trägen Hintern zu treten und einfach meine Sportjacke über den Sport-BH zu ziehen und mein Joggen zu erledigen.
Das macht derzeit eh Spaß, weil ich überall dicke Brombeeren finde und weiterhin in so moderatem Tempo unterwegs bin, dass ich dabei problemlos Brombeeren pflücken und futtern kann ...


Mittlerweile jogge ich im 50:50 Intervall -
50 Schritte gehen, 50 Schritte joggen
(da ich immer auf einem Bein zähle, sind es eigentlich 100:100 Schritte)
Das funktioniert bei mir wunderbar.
50 Schritte schafft man irgendwie immer ... und mittlerweile lassen sich meine Füße auch besser heben.
Die Sache mit den Krämpfen und Schmerzen ist ausgestanden.
Ich ächze nur noch gelegentlich, wenn ich mich so im Alltag setze oder wieder aufstehe.

Immer, wenn ich mich gerade selbst für meine Sportlichkeit bewundere, produziere ich meine ganz eigenen "dear fat people!"-Momente. So ist vorhin meine Jogginghose plötzlich aber entschieden einmal unter meinen Bauchspeck gerollt, was mich ganz nett aus meiner Selbstherrlichkeit gerissen hat.
Immerhin habe ich mich gerächt und diese Jogginghose an den Oberschenkelinnenseiten so aufgerieben, dass ich sie soeben nur noch in den Müll werfen konnte.
Die Zahl der Baumwoll-Leggins, die ich zum Joggen benutze, schmilzt dahin und ich habe mir jetzt auch schon 2 "richtige" Sporthosen gekauft.
Noch bin ich bei diesen Einkäufen etwas gehemmt.
Kaum gehe ich in solche Läden, fühle ich mich wie in diesem
"ein Teil ist anders, ein Teil passt nicht dazu!"
Der Kohlkopf zwischen 2 Barbies ...

Andererseits fasziniert und rührt mich die Erkenntnis, dass ich tatsächlich mehr Sportkleidung brauche.
Keine Anschaffung für gute Vorsätze, sondern für neue/alte Gewohnheiten.

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