Worum es hier geht

Sonntag, 30. August 2015

Zwischenlandung in der Brötchentüte


Gewicht heute Morgen: 92 kg
abgenommen - 6 kg
auf dem Laufband: 50 Minuten
Bewegung: Joggen und Seilchen gesprungen
Ernährung: bunt :)
Schlafenszeit: ca 1 Uhr


Freitag Nacht endete das Saftfasten II nach 39 Tagen mit einem Köpper in die Brötchentüte.

Das war weder schlau, noch so geplant, aber ich fühle mich (wieder) prima und versuche mal, Euch auf den aktuellen Stand zu bringen.

Insgesamt empfinde ich mein "Sommer-Saftfasten 2015" als Erfolg.
Wenn ich etwas daraus gelernt habe, dann dass viel Obst im Saft
1. zu einer langsameren Abnahme führt
2. die abendlichen Heißhungeranfälle ein treuer Begleiter bleiben.

So lange ich die Möglichkeit hatte, alle Lebensmittel aus meiner Reichweite zu halten, die nichts mit Obst/Gemüse zu tun hatten, konnte ich die abendlichen Heißhungeranfälle ganz gut "aussitzen".
Da konnte ich noch so lange im Kühlschrank oder in den Schränken stöbern:
außer Trockenfutter für meine Katzen und Hunde lud nichts zum Knabbern ein und mit ein wenig Würde kann ich beteuern, dass ich auch in der größten Gier keine Brekkies knabberte.

Freitag Vormittag war ich flugs einkaufen und habe dann im Rekordtempo einen leckeren Nudelsalat mit Hackfleisch, einen Bienenstich und sehr leckere Schokocreme gezaubert.
Außerdem hatte ich eine Tüte Brötchen gekauft und im Brotkasten deponiert.

Nachdem Salat, Kuchen und Creme fertig waren, hopste ich ins Auto und holte meinen Alien am Flughafen ab.
Er kam gerade aus Griechenland, war braun gebrannt, müde und ... Veganer!
Mein Alien ist mehr so der Typ "Fleisch ist mein Gemüse", der mütterliches Geschwätz über Ernährung zu ignorieren weiß und die Vegetarier-Schwester mit kruden Witzen unterhält.
Das tut er übrigens noch immer, denn Vegetarier sind "wischiwaschi".
Noch im Flughafen kauften wir 2 wundervoll vegane Sandwichs für ihn und ich grübelte leise, was ich nun mit der großen Schüssel Nudelsalat machen sollte.
Ich naschte ein wenig darin herum - wirklich lecker!

Für den Nachmittag hatte sich mein Töchterlein mit einem Kumpel angekündigt.
Ich konnte erst noch in Ruhe joggen gehen - es wurde Abend, bevor sie wirklich kamen.
Als sie wieder aufbrachen, packte ich ihrem Kumpel den Nudelsalat ein.
Außerdem gab ich ihnen den restlichen Kuchen und die Schokocreme mit.

Prima!

Abends - der Alien schlief den Schlaf des Weitgereisten - war ich total stolz auf mich, dass ich Kuchen, Salat und Schokocreme weggegeben hatte und pöh, sollte ich ruhig Heißhunger haben ... da war nichts, was ich wie fremdgesteuert in mich hinein stopfen könnte.
Und am nächsten Morgen würde ich wieder ohne Hunger erwachen und wissen:
das war wieder nur Kopfsache und kein echter Hunger!

Ich grinste siegesgewiss ... und da fielen mir die Brötchen ein.
Und die restliche Butter aus der Schokocreme-Zubereitung.

Waterloo ...

Der 39 Tag Saftfasten endete also mit besagtem Köpper in die Brötchentüte.
Nicht schlau, denn nachts erwachte ich mit einem heftig kämpfenden Magen und morgens fühlte ich mich prompt etwas verkatert.

Allerdings vertat ich nicht eine Sekunde mit Frust, Selbstzweifeln oder dem Versuch, mit dem Saft weiter zu machen.
Natürlich wäre ich gern unter die 90 kg Grenze gekommen.
Hey, eigentlich wollte ich im Herbst längst normalgewichtig sein und bewundernde Komplimente mit einem lässigen Kommentaren beantworten.

Träume groß ...

In der Brötchentüte endete allerdings lediglich das Sommer-Saftfasten 2015 - sonst gar nichts.
Direkt am nächsten Tag ging ich wieder joggen.
Ich finde es so endlos Klasse ... "ich gehe joggen!"
Wie lange ist das her?
Einmal begann es dabei zu regnen und ich fühlte mich einfach nur saugut.
Ja, da ist sie, die Sportlerin, die sich auch von Sturm und Regen nicht vom Joggen abhalten lässt!
Heroisch, toll, Powerfrau ...
Sollte das mal verfilmt werden, müsste man jetzt lediglich eine alte Dame mit 2 Dackeln einbauen, die lässig links an mir vorbei tappelt, während ich gerade heroisch jogge ...

Denn ... ja, besonders schnell bin ich dabei nicht.
Auch jogge ich beim Joggen kaum.
Immerhin bin ich jetzt bei 100 Schritte gehen und 60 Schritte joggen angekommen und den letzten Abhang jogge ich komplett herunter. Allerdings ...
Meine Oberschenkel wollen mich gern erwürgen - ein Glück, dass ich so gelenkig nicht bin!

Seit Freitag habe ich Muskelkater oder "was auch immer" in den Oberschenkeln.
Es fühlt sich leicht nach Krampf an, aber sie sind dabei nicht hart.
Während ich laufe, schmerzen sie weniger, als wenn ich gehe.
Wenn ich gehe oder stehe, jaule ich gelegentlich ein wenig.

Als ich einmal hinter einen Baum hopste, musste ich mir danach Nadeln aus dem Hintern zupfen, da meine Oberschenkel von meiner Idee, mich hinzuhocken, erstaunlich wenig hielten und mich einfach auf den Boden plumpsen ließen.
Ein Glück, dass hier so wenig los ist, denn ich brauchte eine ganze Weile um
a) mein ursprüngliches Vorhaben umzusetzen
b) Nadeln und Waldboden wieder abzuschütteln
c) voll bekleidet wieder auf die Beine zu kommen
Aber dann ... dann bin ich wieder voll sportlich weiter gejoggt ...

Wie es jetzt weiter geht?
Derzeit koche ich für mich Gemüse und bereite eine Soße zu.
Gestern gab es Kürbisspalten aus dem Backofen mit Guacamole für mich.

Mein Alien mag nun Veganer sein, aber zum Feinschmecker macht ihn das noch lange nicht.
Er hatte Kürbisspalten mit "Thai-Soße", die er nun großzügig über alles kippt.
Soeben hat er Salatgurke mit Thai-Soße gefrühstückt und dazu einen Smoothie genossen.

Örghs

Bis Wien werde ich mich an Gemüse mit Soße halten - Gedanke dabei ist natürlich auch, die Soßen-Rubrik zu bebildern ... außerdem wollte ich eigentlich ein wenig Low Carb leben ... aber abends musste ich dann unbedingt Cornflakes naschen.

Nach 39 Tagen Gemüsesaft hat man den grandiosen Vorteil, dass stinknormale (nicht mit Honig gesüßte) Cornflakes ein Chips-artiges Geschmackserlebnis darstellen.

Nach Wien schaue ich mal, ob der Alien noch Veganer ist - wenn ja, könnte ich die 30 Tage-Challenge "Vegan for fit" wiederholen.

Man liest sich ;-)



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