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Samstag, 1. August 2015

Tag 11 vom Gemüsesaftfasten

gestern war Tag 11 vom Gemüsesaftfasten
Gewicht heute Morgen: 94,3 kg
abgenommen - 3,7 kg
gestern gegangene Schritte: 12.584
auf dem Laufband: 60 Minuten
Ernährung: 1 Milchkaffee, frisch gepresster Gemüsesaft, pürierte Tomaten am Abend :)
Schlafenszeit: ca 2 Uhr


Mein Fernsehverbot wird von meinem Fernseher tüchtig unterstützt.
Nachdem er Montag auf "kein Signal" bestand, lässt er sich mittlerweile noch nicht einmal mehr anschalten.
Was für ein Glück, dass ich beim Laufband noch ein Gerät stehen habe ... aber dort habe ich von vornherein nur Video oder Maxdome-Empfang.
Die letzten beiden Abende bin ich dann elendig mit meinem Strickzeug dort versackt und gebe zu, der Unterschied zum Fernsehen ist nur, dass es keine Werbung gibt.
Das bringt aber schon einiges, da so eine Pizza-Reklame oder so schon Ideen in den gemüsewässrigen Verstand pflanzen kann, die zu Heißhunger führen.
Anders als im Winter, bleiben mir die Heißhunger-Anfälle diesmal treu und ich bin jedesmal froh, dass ich nur Obst und Gemüse im Haus habe.
Nächste Woche kommt mein Alien kurz nach hause, bevor er wieder zum nächsten Urlaub aufbricht und ich grübel schon heftig, ob ich für ihn einkaufe und was.
Und darüber sollte ich vormittags nachdenken, da es so gar nicht gut tut, abends über die Lieblingsessen des Aliens nachzudenken.
Normalerweise predige ich ja, dass das alles "leere Kalorien im Fettmantel" sind, aber im Moment findet mein Körper den Gedanken an solche Sachen eher anregend und verlockend.

Gestern war ich bei einer Familie aus dem Iran zu Gast und wir haben uns gegenseitig gequält.
Ich musste an der Tür meine Schuhe ausziehen.
Riemchensandalen.
Bis ich diese winzigen Verschlüsse geöffnet hatte ... und ich bin doch sooo glücklich, dass ich wieder Riemchensandalen tragen kann, ohne dass meine Füße umgehend zwischen den Riemchen herausquellen wollen ...
Aber ok, bei Arabern (und unten im Kommentar steht ganz richtig, dass Iraner keine Araber sind) daheim zieht man die Schuhe aus und damit basta. (aber die Schuhe müssen trotzdem ausgezogen werden :)

Dafür saß ich dann am Tisch und habe absolut alles abgelehnt.
Nein, danke, ich hatte gerade Kaffee.
Nein, danke, Tee mag ich nicht.

Und all das Gebäck ignorierte ich vollkommen, aber das tue ich immer und mit allerbestem Gewissen, denn ich weiß, dass ich diese Leute mit einem Käsekuchen genau so gut jagen kann, wie sie mich mit Baklava.
Baklava - das ist Zucker, Zucker, Zucker, der dann noch mit Zuckersirup übergossen wird :)
Wenn Du Dich mit Arabern anfreundest, sorg dafür, dass Du mittags oder abends eingeladen wirst ... und nicht gerade fastest.
Allerdings waren meine Gastgeber gestern meinem "Fasten" gegenüber sehr aufgeschlossen und im nächsten Moment stand eine wunderschöne Karaffe Wasser mit frischer Minze vor mir und meine Gastgeber entspannten sichtlich.
Die Gastgeberqualitäten sind immer der Wahnsinn - wenn ich nur mal daran denken könnte, meine Hausschuhe mitzunehmen.
Man bekommt immer Pantoffel angeboten, aber da streikt es dann in mir - der Gedanke, fremde Pantoffel anzuziehen, ist mir so absurd, als würde mir die Gastgeberin ihren Slip oder Zahnbürste anbieten.

Übrigens waren das keine "Flüchtlinge" sondern Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit.
Mich in der Flüchtlingsarbeit einzubringen, war meine beste Idee seit dem Kinderwunsch.
Man lernt nicht nur unglaublich viele nette und interessante Menschen kennen, bekommt das eigene Ego gepinselt, sondern hört auch die Nachrichten deutlich entspannter.

Ich stehe dem Flüchtlingsstrom, aber auch den "besorgten Bürgern" entspannter gegenüber.
In den Medien bekommt man den Eindruck, wir hätten Krieg und es gäbe nur Nazis und heroische Flüchtlingshelfer.
Mein Alltag sieht viel friedlicher aus.
Viel Kaffeetrinken, beratschlagen, Behördengänge.
Und manchmal ist man auch überrascht, was Menschen angeht, deren Facebook-Profil kackbraun mit Parolen der übelsten Art gestaltet ist, die dann mit brauchbaren Kleiderspenden oder gar Wohnraum um die Ecke kommen und einen interessanten Unterschied zwischen "ihren Flüchtlingen vor Ort" und den "feigen Wirtschaftsflüchtlingen" wo auch immer machen.
Rentnerinnen, die wütend gegen Flüchtlinge in ihrem Mietsblock protestieren und dann noch einen Kühlschrank haben, den sie eigentlich so gar nicht brauchen, kaum dass die Familie dort eingezogen ist.
Darum bin ich online auch recht klar in meinen Pegida-Deppen-Formulierungen, während ich offline eher ankündige, mich zu kümmern, mich als Ansprechpartner für die besorgten Bürger anbiete.
Ein friedliches Zusammenleben in einem Mietsblock kann man allein schon dadurch erreichen, dass man den "Neuen" die Geheimnisse der deutschen Mülltrennung nahe bringt und wenn sie dann noch ein Faible haben, regelmäßig das komplette Treppenhaus zu putzen, werden sie gern "adoptiert".
Und dann hört man "Also, wir haben ja Glück! Das sind ja soooo nette Menschen!"

Ok, zurück zur Safterei:
gestern ist es mir gelungen, das Laufband in meinen Tagesplan zu integrieren und heute bin ich dann lustiger Weise grammgenau wieder auf meiner wunderbaren Gewichtskurve angekommen, die ich letztmalig am 21.05. aktualisiert hatte.
Gut, dann führe ich die jetzt auch wieder weiter.


Kommentare:

  1. Iraner sind keine Araber, sondern Perser.
    (Klugscheißer- Modus aus).
    Vg
    NiPe

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  2. Stimmt, sie sprechen auch kein arabisch ... aaaaaaber, was Schuhe im Haus, Gastfreundschaft und süßes Gebäck angeht, ist für Dorfmenschen wie mich kein Unterschied zu sehen :)

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Ich bitte die "Anonymen" zur besseren Unterscheidung mit einem Vor- oder Spitznamen zu signieren :)