Worum es hier geht

Donnerstag, 23. Juli 2015

Die ersten Tage sind übrigens nicht einfach ... - Gemüsesaftfasten

gestern war Tag 2 vom Gemüsesaftfasten
Gewicht heute Morgen: 97,1 kg
abgenommen - 0,9 kg
gestern gegangene Schritte: 9.522
auf dem Laufband: -
Ernährung: 1 Milchkaffee, frisch gepresster Gemüsesaft, Wasser, 2 Mango und 1 Avocado *sigh*
Schlafenszeit: 2.30 Uhr ...


Schon im Dezember und auch bei meinen Heilfasten-Gängen in jüngeren Jahren stellte ich immer wieder fest, dass man in den ersten 3 - 4 Tagen des Fastens ziemlich nutzlos neben sich steht.
Für die ersten Fastentage sollte man sich besser nichts vornehmen.
Bzw. man kann getrost wahlweise Weltfrieden, Weltherrschaft oder "Müll rausbringen" auf seine To-Do-Liste setzen und dann mal schauen, was daraus wird.
Keinesfalls sollte man sich an so etwas wie eine Steuererklärung setzen ...
Meine To-Do-Liste hatte mein Alien ja fröhlich gefüllt.
(ich war weiterhin mit Aufräumen und Putzen beschäftigt)
Er ist übrigens gut in Thessaloniki angekommen.
Hach, er weiß so blumig zu schildern - es ist, als wäre ich dabei ...

haben Belgrad gesehen - merkwürdige Stadt!
Sind jetzt bei Thessaloniki am Strand


Er sollte einmal Autor von Reisbüchern werden ...

Gut, zurück zu meinem 2. Fastentag, an dem ich tatsächlich am Punkt "Müll rausbringen" scheiterte.
Von Weltfrieden oder Weltherrschaft ganz zu schweigen.
Im Grunde war ich nur in der Umsetzung des Gedankens erfolgreich, dass ich bei sonnigem Wetter im Garten ungestört Sonne baden sollte.

Am Abend hatte ich meine Mülltonne ans Ende der Straße gebracht.
Die Müllabfuhr kommt hier nicht bis zum Haus und so habe ich einen kleinen Weg zu gehen.
Am nächsten Morgen erinnerte ich mich mit Grausen an den Umstand, dass mein Alien einen eigenen Mülleimer im Zimmer hat.
Die Begegnung mit den restlichen Mülleimern im Haus war ... unschön gewesen.
Immerhin hatte ich seinen Mülleimer auch mit einem Müllbeutel ausgekleidet, den ich nun so schnell wie möglich oben verknotete und draußen in die Mülltonne bringen wollte.
Ich guckte nicht hin, damit ich es nicht mitbekäme, wenn der Beutel irgendwie zappeln oder sich von seltsamen Gasen getrieben aufblähen würde. Vor dem Haus fiel mir ein, dass die Mülltonne ja noch am Ende der Straße stand.
Also ging ich hin um sie wieder nach hause zu holen und des Aliens Müll zu entsorgen.
Bei meiner Mülltonne angekommen, durfte ich feststellen:
die Müllabfuhr war noch nicht da gewesen.
Naja, nicht schlimm - ich versenkte den Müllbeutel in der Tonne, ging heim und widmete mich dem Sonnenbad, denn für den Mittag war Regen angekündigt.
Als die ersten Wolken sich zwischen die Sonne und meinen Sonnenbrand schoben, marschierte ich wieder los, um meine Mülltonne von der Straße abzuholen.
Ich glaube, es gibt eine Art heimlichen Wettbewerb in der Straße, wer seinen Mülltonne zuerst - bzw. zuletzt wieder ans Haus holt und man sollte nicht besagter Letzter sein, wenn man sich nicht seinen Ruf ruinieren möchte.
(Hier werden auch die Bürgersteige und das Stück Straße vor dem Bürgersteig täglich penibel gesäubert ... ich bin soooo froh, dass zu meinem Haus keinerlei Bürgersteig gehört!)
Meine Mülltonne war voll!
Was???
Die Tonnen der Nachbarn waren leer - meine Tonne war voll.
Sehr voll, wie mir jetzt auffiel.
Ok, ja, der letzte Beutel (zappelte er gerade?) hatte die Tonne gut gefüllt, aber der Deckel ging noch gut zu.
Ich würde bei der Hitze nirgends eine nicht verschlossene Mülltonne aufstellen ...
Endlich fiel mir der Klugscheißer-Zettel vom AWR auf:

Ihre Abfalltonne wurde bei der heutigen Abfuhr nicht geleert!
Warum?
Ihre Tonne ist deutlich über das angemeldete Volumen hinaus befüllt.
Überfüllte Tonnen dürfen nicht geleert werden, weil dies eine "kostenlose" Entsorgung zu Lasten der Allgemeheinheit bedeuten würde.


Boah, ey, ich hasse das doofe AWR!
Jungs, wenn Ihr rund um Weihnachten noch mal mit Euern Kalendern kommt, gibt es hier aber sowas von kein Trinkgeld mehr!
Und munter falsch ausgelieferte Tonnen, ziehe ich auch nicht mehr durch die Straßen!
Jawohl!

Dazu muss man sagen, dass hier jeder Haushalt eine Bio-Tonne bekommen hat.
Ich hatte schon eine - plötzlich hatte ich 2 braune Tonnen.
Ein Adressaufkleber, den die netten Fachkräfte des AWR wohl übersehen hatte, wies meine Zweit-Tonne als Eigentum eines Vermieters 2 Straßen weiter aus.
Ob ich die Tonne bitte dorthin bringen könnte ...
Habe ich ... um dort dann wüst beschimpft zu werden, man wolle keinesfalls noch eine braune Tonne.
Besagter Vermieter hatte es geschafft, ein Haus in ca. 7 Einzimmerwohnungen umzubauen und lacht mal:
jeder seiner Mieter hatte seine eigene braune Tonne bekommen.
Da auch jeder seine eigene schwarze Tonne hatte, sah der Hof des Hauses aus, als würde er mit Mülltonnen handeln.
Ich habe schnell die Tonne zwischen mich und ihn geschubst, mich umgedreht und gemacht, dass ich - ohne Tonne - weg kam.
Ja, lieber AWR, das habe ich für Dich getan!
Aber wenn mein Alien mal das Haus verwüstet und ich ein verstärktes Müllaufkommen habe, lasst Ihr mich umgehend im Regen stehen.
Bzw. eine Mülltonne noch einmal 2 Wochen in der prallen Sonne ...

Etwas gedemütigt zerrte ich meine volle Mülltonne wieder - in sichere Entfernung - zu meinem Haus.
Den Müllsack des Aliens nahm mir eine Bekannte ab, deren Müll morgen abgeholt wird - äh, heute.
Nun steht also weiterhin eine ordnungsmäß (was die Füllmenge angeht) befüllte Mülltonne in der Sonne, die zuletzt im Juni geleert wurde.
Wir haben nämlich herzlich wenig Müll.
Und wenn ich mich an den Gemüsesaft halte, werde ich locker 2 Wochen mit brauner Tonne für Obst- und Gemüsereste, Papiertonne und gelben Sack (Tierfutterdosen und -beutel, Milchkartons etc.) auskommen.

Aber gestern führte dieses Erlebnis dazu, dass ich erst einmal völlig gelähmt und ratlos an meinem Esstisch saß.
Meine Mülltonne war nicht geleert worden!
Der Alien war an einem Strand von Thessaloniki!
Ich muss noch Saft machen!


Gegen 18 Uhr wurde mir klar, dass ich Karotten-Ananas-Saft haben wollte.
Außerdem wurde mir klar, dass ich weder Karotten, noch Ananas im Haus hatte und dass ich kurze vor "Heißhunger" stand, denn ich hatte außer meinem morgendlichen Milchkaffee und einer Flasche Wasser noch nichts zu mir genommen.
Ein Tipp aus dem Nähkästchen:

es ist sehr wichtig, sich frühzeitig einen Saft zuzubereiten, damit kein Hunger aufkommt!

Es ist wirklich völlig idiotisch, bis zum Abend am Tisch zu sitzen, langsam hungriger zu werden und dann in den Supermarkt zu fahren um sich Karotten und Ananas zu kaufen.
Aber genau das habe ich getan.
Mango wäre auch lecker ... im Saft, gaukelte ich mir vor und ignorierte gekonnt den lautstarken Protest der Stimme in mir, die vehement "du wirst sie essen! du hast bisher noch keine Mango je entsaftet, sondern sie allesamt gegessen!" schrie.
Ich kaufte 2 perfekt weiche, aber nicht matschige Mangos und da die Stimme der Vernunft eh schon eingeschnappt war, gönnte ich mir gleich noch eine Avocado und tat noch nicht mal so, als wollte ich sie entsaften.

An der Fleischtheke kaufte ich 2 Knochen für meine Hunde.
Als die freundliche Fleischereifachverkäuferin fragte, ob ich noch etwas wolle, bestand meine Antwort aus einem "Miep!"
Ich denke mal, die Stimme der Vernunft hatte den Stecker gezogen und mit sich sämtliche Stimmen zum Schweigen gebracht.
Außerdem kaufe ich nur Bio-Fleisch (für mich) (der Alien sieht das anders) und Fleisch ist nun mal nicht mein Gemüse ...

Daheim machte ich mir einen leckeren Saft aus 1 kg Möhren, 1 Ananas und 2 Äpfeln.
Außerdem futterte ich noch vor dem ersten Schluck Saft beide Mangos.
Ich bin ein ganz schlechtes Vorbild für alle, die das Gemüsesaftfasten nach Joe Cross ausprobieren möchten ...

Völlig geknickt und deprimiert musste ich dann auch noch die Avocado essen, während ich die letzten 3 Folgen "extreme weight loss" bei Youtube quer sah.
In Ermangelung von weiterem Trash könnte ich es ja heute mal früh ins Bett schaffen ...

Da fällt mir ein, dass ich ja nicht völlig versagt habe:
immerhin habe ich keinen der beiden Hundeknochen abgenagt oder mich an irgendwelchem Dosen- oder Trockenfutter vergangen!
So gesehen bin ich ein Wunder der Disziplin und Selbstbeherrschung!

1 Kommentar:

  1. Ganz un-anonym: ein zauberhafter Bericht einer bemerkenswert disziplinierten Person. Ich hätt' die Mülltonnen vermutlich laut schreiend durch die Gegend getreten und wär anschließend ins Steakhouse marschiert, um Kraft zu tanken. :-D

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Ich bitte die "Anonymen" zur besseren Unterscheidung mit einem Vor- oder Spitznamen zu signieren :)