Worum es hier geht

Donnerstag, 21. Mai 2015

Gemüsesaftfasten Tag 7 - versöhnt

Gewicht: 94,3 kg
abgenommen 16,6 kg insgesamt seit Dezember 2014
Schritte: 18.387
Laufband: 41 Minuten
Ernährung: Milchkaffee, frisch gepresster Gemüsesaft
entrümpelt: -
Schlafenszeit: 23 Uhr


Wie Ihr seht, widerstehe ich meinem "Tag 1"-Reflex tapfer, auch wenn meine Alkohol-Eskapaden den Anfang dieser Saftfastenrunde ruiniert haben.
Hatte ich nicht gesagt, dass mein Unwohlsein und die Kopfschmerzen mich an die Zeiten VOR dem ersten Saftfasten erinnert hatten?
Nun, das Gefühl verflog langsam wieder.
Nach dem Bloggen hatte ich mir meine Hunde geschnappt und eine richtig lange Hunderunde mit ihnen gemacht.
Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich es genieße, dass ich jetzt wieder so weit, so lange und so "off road" gehen kann.
Diese Freiheit zu überlegen, ob da und da nicht ein Weißdorn stand oder dort und dort der Spitzwegerich oder Sauerampfer besonders gut wuchs und mir dann meine Zutaten für den nächsten Saft mitzubringen.
Oder zu begreifen, dass sich gerade beide Hunde auf einem nicht nur schlammigen, sondern frisch gedüngten Acker wälzen und dann eben noch zum Badesee mit ihnen zu gehen, damit ich sie nicht auf der nächsten Autobahn aussetzen muss ...
Gestern musste ich dabei über ein Tor klettern und dann geriet ich an einer anderen Stelle ins Stolpern.
Letztes Jahr bin ich so oft gestürzt, dass ich langsam Angst vor Spaziergängen bekam, denn ein Spaß ist das nicht, mit 110 kg zu Boden zu donnern.
Gestern fing ich mich ab und stürzte nicht.
Mit heftig klopfendem Herzen stand ich da und begriff, dass ich übrigens schon länger nicht mehr gestürzt bin.
Auch die Umknickerei ist kein Thema mehr - und sie war ein echter Dauerbrenner.
In meiner Jugend bin ich viel geritten und so verpasse ich mir jetzt mal die Prädikate "geländegängig, ausdauernd und trittsicher".
Ich würde mich kaufen!

Auf dem Laufband bemerkte ich dann noch eine Veränderung.
Mal schauen, ob das evtl. nur eine alkoholgetränkte Ausnahme war.
Da ich unbedingt noch Spitzwegerich hatte ernten müssen, war meine Laufband-Zeit eher kurz, da ich meinen Sohn noch irgendwohin fahren musste.
Ich war nur 41 Minuten auf dem Laufband - und hatte nur moderat geschwitzt.
Im letzten Jahr hatte ich mir extra für das Laufband kleine Handtücher gekauft, da mir der Schweiß immer so in die Augen läuft und mich das sehr nervt. Überhaupt bin ich nach dem Laufband immer klatschnass geschwitzt.
Gestern ... dem Zeitmangel folgend, attestierte ich mir selbst, dass ein wenig Tupfen und Deo aus mir wieder einen passablen Chauffeur machen würde.
Und das, obwohl ich in meiner neuen "Höchstgeschwindigkeit" von 5,4 kmh über das Band gehe.
Begonnen habe ich irgendwo mit 4 kmh - und ich stelle es immer so ein, dass ich die Geschwindigkeit angenehm finde, da es mir wichtiger ist, lange zu gehen, als schnell.
Erst wenn ich dauernd vorne übertreten möchte, stelle ich es schneller.
Es ist noch ein gutes Stück, aber ich bemerke doch mit leiser Freude, dass ich mich so allmählich vom Schritt dem Traben annäher ...

Vor der 1. Saftphase und vor der 2. Saftphase







Was mich dabei so lockt, ist weniger, irgendwann mal im Bikini eine gute Figur zu machen, als wieder glücklich durch den Wald joggen zu können.
Das fehlt mir insgeheim.
Es hat mir lange nicht gefehlt, weil ich dazu eh keine Zeit oder innere Ruhe hatte, aber jetzt merke ich, wie sehr ich es mir wünsche, wieder zu den Irren zu gehören, die gemütlich durch den Wald traben.
Ok, der erste Schritt wird sein, erst einmal zu den Rotköpfigen zu gehören, die laut keuchend und mit hysterisch fiepsenden Pulsuhren am liebsten bergab laufen ...
Und selbst damit werde ich noch gut 10 - lieber 15 kg warten, denn meine Kniegelenke sind nicht die stabilsten.

Denke ich ... wenn ich aber lese, dass die Septemberwelle joggt, merke ich, dass ich überlege, ob ich nicht ein wenig ... jetzt schon ... Hunderunde ... mal schauen ...

Ach so:
Spitzwegerich waschen, gründlich trocken tupfen, in Streifen schneiden und dann mit Zucker in eine Schraubglas geben.
Der Zucker verflüssigt sich nach und nach.
Ich füge über Wochen immer noch mehr Spitzwegerich und Zucker zu.
Irgendwann gieße ich den Zucker als Flüssigkeit durch ein Sieb und habe einen milden Hustensaft.
Die Knospen kann man übrigens lecker mit in die Pfanne werfen, in Butter dünsten und wie Löwenzahnknospen servieren.
Gehackte Zwiebel, Knofi, Butter - Wildgemüse und dazu Pellkartoffeln und Quark oder Spaghetti ... lecker!


Kommentare:

  1. Man sieht den Unterschied auf den Bildern definitiv. Auch im Gesicht siehst du irgendwie... gesünder aus. :-) Toll!!!

    Wenn du wirklich Lust aufs Laufen hast - ich kann dir nur empfehlen es zu testen. Mit guten Schuhen und wirklich langsam anfangen. Ich bin ja dahingehend echt glücklich mit meinem Trainingsplan.

    Den hochroten Kopp werde ich sicher nie los, aber immerhin japse ich nicht mehr wie früher. Trotz immer noch 100kg...

    Ich wünsch dir weiterhin viel Freude bei deinen Runden an frischer Luft.

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  2. ja, ich habe die Haare einmal rechts und einmal links :)
    Nein, ich sehe auch einen drastischen Unterschied.
    Nicht nur im Umfang oder im Gesicht, sondern in der Art, wie ich da stehe.
    Eigentlich versuche ich ja genau die Pose wieder einzunehmen, die ich auf dem 1. Bild habe, aber ich gucke a) mein schlankes Töchterlein recht aufmüpfig an und stehe b) auch irgendwie kraftvoller im Leben :)

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  3. Wohouuuu!!!!! Da sieht man aber deutlich den Erfolg :)
    Übrigens, die Umknickerei - passiert mir z. B. ständig; der Mann an meiner Seite schimpft mittlerweile, weil wir ja meist Hand in Hand laufen und es ihn immer ordentlich mit durchruckt, wenn ich umknicke. Bin also nicht sicher, ob dies tatsächlich was mit dem Gewicht zu tun hat??

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  4. Nein, ich glaube auch nicht, dass das nun alles allein mit dem Gewicht zu tun hat.
    Ich bin ja weiterhin sehr übergewichtig - gut 30 kg vom so genannten Normalgewicht entfernt. Ich denke mal, meine Vitalität kommt durch den Mix an Bewegung, Ernährung und geänderten Lebensgewohntheiten. Ich verzichte ja recht bewusst auf Softdrinks und und und ... Dass ich beim Stolpern aber nicht mehr gleich ganz hinfalle, dürfte durchaus mit dem Gewicht zu tun haben, denn je weniger, je einfacher, es doch noch abzufangen :)

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Ich bitte die "Anonymen" zur besseren Unterscheidung mit einem Vor- oder Spitznamen zu signieren :)