Worum es hier geht

Freitag, 20. Februar 2015

Kleidergröße 48

gestern war Tag 56 vom Gemüsesaftfasten
Gewicht heute Morgen: 94,5 kg
abgenommen - 16,4 kg
gestern gegangene Schritte: 4.569
auf dem Laufband: -
Ernährung: Milchkaffee, Saft, Saft, Saft ... und ein angebissenes Käsecroissant
Ebay:
entrümpelt: 33.613 Gramm
Schlafenszeit: 23 Uhr


Und erstens kommt es anders ...
... und so war ich gestern wieder in Sachen "dunkles Geheimnis" unterwegs.
Während ich mich Mittwoch noch aufs Hosen Anprobieren freute, teilte mein Alien mir mit, dass meine Dienste als Chauffeur für den Tag kurzfristig nicht gefragt waren, da ein Kumpel ihn fahren würde.
Ja, daran muss ich mich noch ganz langsam gewöhnen, dass die Kinder selbst fahren (lernen) und Freunde mit Führerschein haben.
Als ich mir damals ein Baby wünschte, habe ich irgendwie komplett ausgeblendet, dass die irgendwann groß und erwachsen werden.

Jedenfalls stand ich plötzlich und unerwartet mit einem Berg Tagesfreizeit da, den ich dann eben in die Suche irgendwelcher Unterlagen steckte.
Und angerufen wurde, ob ich am nächsten Tag mal wieder als Komparsin tätig werden könnte.
Auja!

Morgens entsaftete ich alles, was an Obst und Gemüse im Haus war, packte meinen Vorrat ein und wurde diesmal Gast mit Rotweinwünschen in einem Lokal, in dem sich 2 Bräute um einen Hochzeitstermin stritten.
Ich hatte die Anweisung, bei meiner Kellnerin irgendwas zu bestellen, was dann nicht da wäre, woraufhin ich dann ganz doll grübeln müsste, was ich denn dann nehme.
Da ich nicht verkabelt war, konnte ich eigentlich bestellen, was immer ich wollte.
Eigentlich, denn meine Kellnerin sollte nicht lachen, sondern den Intrigen im Hintergrund lauschen.
Solche Szenen werden immer und immer wieder gedreht - und dann noch mal aus verschiedenen Einstellungen.
Ich bestellte also munter den Braten mit Brokkoli, gibt es den Braten auch vegan?, eine Torte mit 35 Kerzen, bitte
Nett, aber wie man an den Schritten sieht, wurde ich dafür bezahlt, an einem Tisch zu sitzen und auf ein Buch zu starren.
Ich hatte die Wahl, richtig zu lesen - dann hätte ich meine Brille aufsetzen müssen - oder irgendwann ohne Brille im Fernsehen aufzutauchen, aber dafür den halben Tag blind auf ein Buch zu starren.
Ratet mal, wozu ich mich entschieden habe.
Ich fand einfach, ungemachte Nägel und unzählige Kilos seien genug und verzichtete lieber auf die Brille.

Dafür habe ich nahezu vorbildlich saftgefastet.
Nahezu, denn im Nebenraum stand eine Riesenkiste mit Käsecroissants.
Man, haben die geduftet!
Nach Salz und Fett ... ich hatte nur schnell etwas aus meiner Tasche holen wollen, aber im Schankraum wurde prompt wieder gedreht (der sehr betroffene O-Ton einer der beiden Bräute) und so konnte ich den Nebenraum nicht verlassen.
Ich ging von den Croissants weg zur Tür - leider eine Milchglastür - und bekam umgehend die Anweisung, bitte wieder von der Tür weg zu gehen.
Also zurück zu den Croissants, die die Zeit genutzt hatten, den Duft zu verdoppeln.
Ich hatte den Croissants einmal sehr konsequent widerstanden, man hatte mich zu den Croissants zurück geschickt -
das ist Schicksal, oder?
Außerdem sah mich keiner.
Wenn einen beim Essen keiner sieht, hat das keine Kalorien, oder?
Und niemand kann verlangen, dass man einer Kiste Käsecroissants mehr als einmal widersteht, oder?
Im nächsten Moment strafte ich die Käsecroissants für ihren verlockenden Duft und biss einen ihrer Artgenossen herzhaft in den Hintern. (ich glaube jedenfalls, dass es der Hintern des Croissants war)
Göttlich!
Absolut göttlich!
Mich rettete der Ruf der Komparsenbetreuerin, dass ich nun wieder kommen könne.
Wie "erwischt" feuerte ich den Croissant-Rest in den Müll und schritt wieder in den Schankraum.

Die Mitkomparsin, der ich gerade die Vorzüge des Saftfastens erläutert hatte, machte mich mit einem sehr breiten Grinsen auf einen Krümel in meinem Mundwinkel aufmerksam.
Magnetismus!, sagte ich.
Wenn man fastet, zieht man Krümel geradezu magisch an!

Erwidern konnte sie nichts mehr, da unsere Bräute nun wieder über den abgesagten Rosengarten streiten mussten, während ich blind in ein Buch starrte und die Mitkomparsin ebenso blind in einer Zeitschrift blätterte.

Danach fuhr ich ins Elbe-Einkaufszentrum und fand nach nur zweimal Verlaufen den C & A dort.
Und das gewünschte Hosenregal.
Und was soll ich sagen?!
Wenn ich wollte, könnte ich Sally wieder in 48/50 kaufen!
Wollte ich aber nicht.
Derzeit habe ich 2 passende Jeans und ich warte, bis ich in eine Sally in Größe 46 passe.
(bzw. erst mal gucken, über welche Größen meine Hosenvorräte so reichen ...)

Nicht, dass ich den Anblick jetzt besonders erhebend gefunden hätte.
Grelles Umkleidekabinenlicht auf bleiche Winterhaut.
Sehr viel, sehr bleiche Winterhaut.
Aber dennoch gut zu wissen, dass ich nun wieder einfach eine 0815-Hose kaufen könnte, wenn ich denn wollte.

1 Kommentar:

  1. Sally scheint sehr beliebt zu sein. Ich kaufe sie schon seit Jahren und letztens war ich mit meiner Mutter einkaufen und staunte nicht schlecht, als sie ebenfalls ganz routiniert in dasselbe Fach Griff.

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Ich bitte die "Anonymen" zur besseren Unterscheidung mit einem Vor- oder Spitznamen zu signieren :)