Worum es hier geht

Sonntag, 25. Januar 2015

30 Tage Saftfasten

gestern war Tag 30 vom Gemüsesaftfasten
Gewicht heute Morgen: 96,3 kg
abgenommen - 14,6 kg
gestern gegangene Schritte: 19.498
auf dem Laufband: 100 Minuten
Ernährung: 2 Milchkaffee, frisch gepresster Gemüsesaft
Ebay: Bücher
entrümpelt: 26.615 Gramm
Schlafenszeit: Mitternacht


Ich gebe zu, ich hatte halb das "30 Pfund in 30 Tagen"-Wunder erwartet, aber mein Körper hat den Kiloschwund eindeutig gedrosselt.
Das war zu erwarten und so hilfreich purzelnde Pfunde für die Motivation sind, so viel schenkt mir die Fasterei derzeit auch rechts und links davon, so dass ich noch weit von jeglichem Frust entfernt bin.
Allein, der wunderschöne Spaziergang mit den Hunden durch die verschneiten Landschaften gestern, war ein Geschenk.
Einfach mal wieder so weit gehen zu können, wie ich nur Lust habe - bzw. einfach wieder Lust auf Spaziergänge zu haben - toll!
Findet der Alien auch, der gar nicht fassen konnte, dass er ruhig mit seinem Computer herumdaddeln durfte und Mutti die Hunde selbst bespaßte ...
Morgens hatte er auch schon unbändige Freude geäußert, als er den Rest Schupfnudeln mit Hackfleischsoße vom Vortag fand und dann vor meinen Augen kalt frühstückte.
"Früher wären die Nudeln über Nacht verschwunden!", schmatzte er fröhlich.
Ja, früher, das war "letzten Monat" ... nur durch den Dezember-Umstand halt "letztes Jahr".
Aber ich gebe zu, das alles fühlt sich auch für mich sehr nach "früher" an ... wenn nicht sogar "damals"!

Lustig ist ja, wenn ich mich gerade so unendlich fit, sportlich und schlank fühle und mein kleines, gemeines Ich flüstert:
"Du wiegst übrigens gerade 10 kg mehr, als am Tag von Aliens Geburt!"
VOR der Geburt! um jegliches Missverständnis zu vermeiden.

Gestern habe ich ein wenig herumgeforscht, was man so zum Thema Saftfasten findet.
Hier in Deutschland wird vom Saftfasten eher abgeraten.
Bei fddb stolperte ich über einen dummen Artikel - vermutlich "Content", in dem vom Saftfasten allein schon wegen der horrenden Kosten abgeraten wird. Als Beispiel wurde dort ein Kilo Karotten genannt, mit dem man sonst eine Woche lang die Familie ernähren kann und das beim Saftfasten gerade mal für 500 ml Saft reicht.
Content sind übrigens Artikel, die lediglich für die Suchmaschinen zusammengepatscht werden und meist komplett ohne echten Infogehalt auskommen ...
Ich merke, dass ich richtig, richtig Geld einspare, seit ich nicht mehr esse, sondern lediglich Gemüsesaft und meinen Milchkaffee trinke. Und das, obwohl ich alles in Bio-Qualitäten kaufe, was ich hier im Dorf in Bio-Qualitäten bekomme.
Den Entsafter hatte ich schon vorher - den müsste ich sonst natürlich drauf rechnen.
Also:
mit 1 Kilo Karotten hätte ich auch vor dem Saftfasten keine Familie eine Woche lang ernährt ...
und fddb vergisst, dass man den Trester wunderbar in Broten, Kuchen, Bratlingen oder Konfitüre weiter verarbeiten kann.
Von 1 kg Karotten, bleiben mir immer noch 600 Gramm Trester um den Alien zu ernähren ...

Andere Artikel raten regelmäßig zu einem Saft-Wochenende.
Fein, dann steckt man also noch mitten in der doch eher mühsamen Umstellung auf den Fastenmodus - auch gerne "Detox" genannt und hört auf, bevor man das Fastenhoch zur Belohnung erlebt.
Das muss natürlich jeder für sich wissen, aber ich würde doch versuchen, 4 Tage Saftfasten einzuplanen, um dieses Hoch mitzunehmen.

Die Amerikaner schreiben zum Thema Saftfasten dafür ein Buch nach dem anderen und ich kicher mich weg - es gibt einen Autoren, der hat Bücher geschrieben zu 3 Tage Saftfasten, 4 Tage Saftfasten, 5 Tage Saftfasten, 7 Tage Saftfasten, 28 Tage Saftfasten ...
und rät jedem dringend, seine Bücher zu lesen, bevor er mit Saft fastet.

Joe Cross hat ein #askjoeanything eingerichtet, in dem er die Fragen der Leute vorliest, sie freundlich begrüßt und dann unermüdlich auf seine Seite samt Foren und seinem begleiteten Fasten hinweist.
Wo sein Service kostenpflichtig wird, weiß ich nicht recht.
Du kannst ihn also alles fragen und er wird Dir immer sagen, dass Du Deine Antworten irgendwo auf seinen Seiten findest ...

Dazu kommen noch zig Rezeptbücher.
Glaubt mir:
das braucht Ihr alles nicht!
Das Internet ist rappelvoll leckerer Rezepte, die auch allesamt sehr leicht zu verstehen sind, denn man muss nur die Zutaten verstehen und begreifen, welches Gemüse geschält wird und welches nicht.
Und man sollte nicht zu viel Obst beimischen, denn das bringt nicht nur viel mehr Zucker, sondern gerne auch Fruchtsäure mit.
Bio-Zitronen kann man ungeschält in den Entsafter schubsen, denn Zitronenschalen-Aroma ist lecker - bei Orangen würde ich zum Schälen raten, denn die Schalen sind gerne sehr bitter.
Spinat und ähnliches Blattzeug gibt wenig Saft ab - man sollte also zB eine Gurke, Äpfel oder Melone als Saftspender mit entsaften.
Lustig kann es sein, seinen Saft mit ein paar gefrorenen Blaubeeren oder Bananenscheiben in einen Mixer zu geben - das macht so ein Smoothie-Feeling.

Ich trinke die Säfte meist ungefiltert.
Wenn ich für den Alien mal filter, sehe ich im Tuch, wie viel Gemüse ich sonst zu mir nehme.
Gemüsesaftfasten ist eindeutig keine Nulldiät.
Und so brauchte ich meinen Darm auch nicht vorzubereiten - der arbeitet klaglos und unermüdlich weiter.
Glaubersalzen oder Darmspülung vor dem Saftfasten ist zumindest für mich völlig unnötig.

Was man in meinen Augen braucht:
Bewegung, eine Portion frische Luft und Sonnenlicht täglich, viel, viel trinken und ganz wichtig:
Jacken, warme Strümpfe, Pulswärmer, Schals und Tücher, Rollkragen
außerdem sollte zu den üblichen Heißhungerphasen alles Fressi außerhalb der Reichweite sein.
Also entweder im Müll (vergraben!) oder tiefgefroren.

Und:
Gemüsesaftfasten muss Dir liegen.
Es muss Dir schmecken, es muss in Deine derzeitige Lebensphase und zu Deiner Lebensphilosophie passen.
Wenn Du es eher als passende Strafe für Deinen fetten Körper siehst, lass es bleiben :)


Kommentare:

  1. Hallo Frau Pfundi, ich teile deine Begeisterung für das Saftfasten. ;-)
    Aber ich frage mich, wie es mit der Eiweißversorgung aussieht? Joe Cross weist ja ausdrücklich darauf hin, dass es bis zu 15 Tage Saftfasten kein Problem ist, ab dann aber doch. Er empfiehlt ab Tag 16 die Einnahme von täglich Eiweißpulver plus ein Teelöffel Olivenöl oder Kokosöl im Saft.
    Klingt für mich plausibel. Ansonsten darf man sich vermutlich von zuviel wertvoller Muskelmasse verabschieden, die für den Körper enorm wichtig ist.
    Kritisch ist für mich persönlich auch die Frage, wie man richtig Essen lernen soll, wenn man nur trinkt? Sicher, man wird sich der ganzen schrägen Gedanken bewusst, die man mit Essen verbindet, sei es nun Trostessen, Frustessen, Langeweileessen etc., aber wie ändert man das? Wie stellt man diese Verknüpfung ab und wie findet man ein gesundes Essverhalten?
    Das bewegt mich momentan sehr, ich bin bei Tag 13 und werde nach Tag 15 wohl aufhören. 5,5 kg sind weg, aber 15 kg sind noch zuviel da.
    Ich werde wohl mit Low Carb weitermachen, aber das mache ich auch nicht zum ersten Mal... *seufz
    Schöne Grüße und "juice on". :-)
    Heike

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  2. Ps: Ganz vergessen, dir zu gratulieren! Herzlichen Glückwunsch, nicht nur zu deiner Abnahme, sondern auch zu 30 Tagen Saftfasten! :-)
    Heike

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    1. Ich werde die Woche mal bei meinem Hausarzt vorbei schauen, wie er mein Saftfasten sieht. Da ich alte Kaffeetante ja nicht auf meinen Milchkaffee verzichten kann, nehme ich am Tag ca 100 ml fettarme Milch zu mir. Evtl. habe ich damit ja schon einen Ausgleich für evtl. Mangel anderswo. Die Amis sind relativ fanatisch, was Lebensmittelzusätze und Vitaminpillen angeht. Persönlich möchte ich auch deshalb noch eine ganze Weile weiter fasten um meine alten "Fressi-Gewohnheiten" gründlich hinter mir zu lassen. Meine Ernährung war ausgewogen und gesund - es ist mein Heißhunger, Zwischenmahlzeiten und Fressi-Reflexe, die das Übergewicht verantworten. Ich merke, dass ich derzeit meine Lebensgewohnheiten angenehm umgstalte. Angenehm sage ich deshalb, weil das eben kein Verhalten ist, das ich jetzt mit eiserner Disziplin und viel Kraft eine Weile durchhalten kann, sondern ein Verhalten, das das alte auf Dauer ersetzen kann, weil es mir einfach gefällt. So habe ich das Fernsehen als solches abgeschafft und durch Maxdome und Youtube auf dem Laufband gucken ersetzt. Damit fallen die abendlichen Fressorgien auf dem Sofa von selbst flach. Eine weitere Umstellung wird sein, dass ich immer weniger Fertigprodukte kaufe - auf die Art kann ich selbst steuern, welche Fette und Zutaten sich in unseren Mahlzeiten befinden. Low Carb werde ich nicht kochen, denn ich liebe Brot. Aber ich werde den Vollkornanteil in meinem Brot erhöhen - und vermutlich auch den Karottenanteil im Brot :)

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  3. Hallo Frau Pfundi,

    das ist ja super ausführlich zum Saftfasten. Weil du auch schreibst, dass es einer liegen muss, sich nur von Flüssigem zu ernähren, habe ich mir gedacht, bevor ich einen teuren Entsafter anschaffe, schaue ich es mir mal mit Suppen essen an.
    Und ich habe einen Pürrierstab, den ich auch für Obst einsetzen kann. Ich werde mal kreativ sein.
    So wie du schreibst, machst du dir ja gleich eine Kanne voll Saft und trinkst immer wieder über den Tag verteilt. Das heißt jetzt mal für mich ich mache mir einen Liter Gemüsesuppe pürriert und kann daran auch noch Stunden lang "schlabbern".
    Ich werd es ausprobieren und mal sehen wie es mir liegt.

    Für mich ist es ja auch so, dass ich mich im Prinzip gesund und ausgewogen ernähre. Die Zwischenmahlzeiten sind es und das am Abend bzw. in der Nacht essen.
    Und auch wenn ich mein Gewicht schon seit längerem stabil halte, kann ich so aber kein Gewicht reduzieren.
    Das ich mein Leben umstelle habe ich bereits verstanden. Für mich heißt das, wenn ich Frust habe gehe ich lieber auf's Laufband (gehen) als dass ich mich auf's Sofa lege. Und entspannen kann ich mich in meiner kleinen Zimmersauna auch besser als mit Unmengen von Frustessen auf dem Küchentisch.

    Also vielen Dank für deinen ausführlichen Post
    ich werd mal schauen, wie ich darauf anspreche,
    ganga

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    1. Ich habe einmal versucht, mit Brühe zu fasten. Das hat bei mir überhaupt nicht funktioniert - ich denke mal, das lag am Salz. Zum Ausprobieren brauchst Du auch nicht gleich einen Entsafter - Du kannst Obst auch pürieren und in ein Tuch geben um den Saft abtropfen zu lassen. Ist langwieriger, aber bevor ich den Entsafter anschaffte, habe ich das oft so gemacht.

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  4. Danke für den Tip, dass werde ich machen.

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  5. Fast 15 Kilo sind ein Wahnsinns Erfolg! Ich glaube nicht, dass ich dieses Saftfasten so durchhalten würde, deshalb großen Respekt und weiter so!

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  6. Auch von mir herzlichen Glückwunsch zu deinem tollen Abnehmerfolg! Aber ich glaube, ich brauche auch meine feste Nahrung und könnte mich nicht mit dem Saftfasten anfreunden :)

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  7. Super Artikel. Nachdem ich mich in letzter Zeit verstärkt mit der gesunden veganen Ernährung beschäftige, gabe ich mich auch mit den Themen Basenfasten und Saftfasten beschäftigt.

    Dein Artikel war sehr interessant. Meine Frage ist nur, wie es mit dem Jojo Effekt nach der Saftfastenkur zum Abnehmen aussieht. Ich hätte immer die Befürchtung das die verlorenene Kilos schnell wieder drauf sind.

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Ich bitte die "Anonymen" zur besseren Unterscheidung mit einem Vor- oder Spitznamen zu signieren :)