Worum es hier geht

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Gemüsesaft-Fasten - Pizza und andere Verlockungen

Tag 5
Gewicht: 104,2 kg
abgenommen - 6,7 kg
Schritte: 20.084
Laufband: 70 Minuten
Ernährung: Milchkaffee und frisch gepresster Gemüsesaft
entrümpelt: -
Ebay: 7 Bücher eingestellt
"aus dem Haus": weiterhin 775 Gramm
Schlafenszeit: 22.30 Uhr


Mein Alien ist wieder daheim und hat erwartungsgemäß die Augen rollen lassen, als Mutti das Saftfasten erwähnte.
Erwähnen musste, denn dem Alien war nach einem Begrüßungs-Döner zur Feier seiner Rückkehr.
Immerhin konnte ich ihn mit "ich habe TK-Pizza gekauft!" versöhnen.
Zudem fiel mir "wie auf Kommando" ein, dass ich dringend noch Raketen und Jägermeister für meine Silvesterparty brauche.
*hust*
Da habe ich noch 6 Monate lang einen gewissen Erpressungsspielraum, was sein Wohlsinnen meinen "Schwachsinnsideen" gegenüber angeht. Als er mir im Supermarkt ein wenig dumm kam, merkte ich, dass ich eigentlich gar keine Lust auf Jägermeister habe.
Schmeckt nicht, passt nicht zum Gemüsesaftfasten.
Erst, als der Alien plötzlich der allerliebste, freundlichste Sohn der Welt wurde, kam die Lust auf Jägermeister zurück und er schleppte brav Muttis Karottenbeutel zur Kasse.

Karotten sind mein Grundnahrungsmittel.
Gurke + Apfel + Zitrone + eine Stange Sellerie sind auch lecker,
aber
Karotte + rote Bete + Apfel + Zitrone bleibt mein Favorit.

Und dann schob sich der Alien also seine Pizza in den Ofen und mein Leiden begann.
Diese Düfte ... das war wirklich nicht sooo einfach.
Auch, weil er gewisse Freude hatte, seine Begeisterung zu verbalisieren und mich an seinem Geschmackserlebnis teilhaben zu lassen ...
Ich schrie mein Leid in die Welt ... ja, Facebook ... erntete sanften Spott ... schubste 2 unschuldige Gurken durch den Entsafter und stellte mir Situationen vor, in denen es einfach wundervoll wäre, dort normalgewichtig zu erscheinen.
Das motiviert ganz ungemein.
Die Pizza duftete noch eine ganze Weile durchs Haus und wird auch immer wieder duften, da das Kühlfach noch voller Pizzen ist, aber im Endeffekt halte ich solche Herausforderungen für "machbar".

Fast schwieriger sind die kleinen Anlässe, zu denen ich unbewusst Appetit bekomme.
In den letzten Tagen habe ich bemerken dürfen, in welchen Situationen ich esse.
Wenn ich zB das Haus betrete und meine Schuhe wegstelle, habe ich eine Art automatischen Fressi-Reflex Richtung Kühlschrank.
Wenn ich den Fernseher anmache, wenn ich eine Pause von der Arbeit machen möchte ...
und tadaaa: wenn ich müde werde.
Scheinbar vertausche ich da etwas: Müdigkeit und Hunger

Hunger habe ich übrigens nicht.
Und anders als beim Wasserfasten, läuft meine Verdauung nahezu normal weiter.
Sagen wir mal, ohne in eklige Details gehen zu wollen:
Ich bekomme viel mehr Bewegung und lerne sämtliche Kundentoiletten kennen, weil ich so oft auf die Toilette gehen muss in Sachen "Harndrang". Aber machbar ohne peinliche "jetzt oder zu spät!"-Situationen, die ich von zB den Kohlsuppen-Abnahmeversuchen kenne.
Auch die restliche Verdauung funktioniert wunderbar, wenn auch in sehr origineller Farbgestaltung.

Ah, und dann hatte ich gestern so ein zartes Lächelerlebnis, als ich mit den Hunden unterwegs war.
So ca. auf Mitte meiner sonstigen Hunderunde, blickte ich einen Hang herab und dachte
"Mensch, du warst schon lange nicht in Dingsdadorf!" und statt also die Runde kurz zu beenden, verdoppelte ich sie mal eben und schritt den Hang herab, über die Wiese, durch ein kleines Wäldchen mit Bach nach Dingdsdadorf.
So ca. auf der Wiese kam das Lächeln, denn der Groschen fiel, dass ich mich in den letzten Wochen doch eher über den kurzen Weg geschleppt hatte und daher keinerlei Gedanken an Dingsdadorf vergeudet hatte.
5 Tage Saftfasten und meine Welt wird ganz von selbst wieder etwas größer und bunter.
Fühlt sich gut an.
Ich frage mich, ob bei weiterhin schwindenden Kilos evtl. auch die Lust auf Radfahren zurückkehren würde.
Zurückkehren wird.
Ich bin früher so viel und so gerne Rad gefahren.
So nach und nach begreife ich, was ich mir mit dem Fett so alles geraubt habe, denn die letzten Radtouren waren eine Hölle, bei denen ich irgendwann abstieg und das Rad nach hause schob.
Ich muss mal in den Schuppen schauen, wie es ihm eigentlich geht ...
(in ein paar Kilozehnten ...)

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