Worum es hier geht

Dienstag, 20. Mai 2014

Hat jemand meinen Alltag gesehen?

Ta ...
Eigentlich führe ich hier ja einen Blog darüber, wie ich mein Zuhause entrümple,
nichts kaufe
und nebenbei schlank, schön und begehrenswert werde.

Ich komme nur nie dazu.

Zuoberst eine kleine Auflistung meiner Schritte von gestern, des entrümpelten Zimmers, meines Gewichtsverlusts.
Das war so nett und übersichtlich geplant.

Wenn Du Gott zum Lachen bringen möchtest, erhzähle ihm von Deinen Plänen ...

Der Spruch ist nicht von mir, aber immer wahr.
Und John Lennon steuert den hier bei:
Life is what happens while you are busy making other plans.
Den habe ich über die Todesanzeige meines Vaters gesetzt.
(bitte weiteratmen - nicht Väterchen, sondern Vater ... ich sagte doch Patchworkfamilie ... und meinen Vater habe ich bereits vor knapp 10 Jahren beerdigen müssen)
(Mein armes Väterchen durfte gestern ein Altersheim besichtigen und ich hörte, es habe ihm eher nicht gefallen ...)
(aber nein, ich werde jetzt keinen epischen Beitrag über meine Mutter, die tolle Frau schreiben)

Also, immer noch kein Alltag in Sicht.
Wann immer möglich, folge ich nun dem Lockruf des Gierschs in den Garten und rupfe.
Gestern wollte ich auch noch die Motorsense anwerfen, da ich alle Pflanzen, die ich erhalten möchte frei gerupft habe und nun sensen könnte, aber wie jedes Jahr, zickt die Motorsense erst einmal herum und ist nun bei unserem heimischen Fahrradhändler gelandet, der sie erst einmal wieder auf Trab bringt.

Den gerupften Giersch und die Brennnesseln zu wiegen, fände selbst ich albern.

Dazu kommt, dass mein Töchterlein nun zuhause ist.
Die Abi-Prüfungen sind geschrieben und sie hat Zeit und zieht bald aus.
Das führt bei ihr zu einem gesteigerten Kuschelbedürfnis.
War ich früher froh, sie überhaupt kurz auf ein Hallo zu sehen, fühle ich mich jetzt fast an jene Zeiten erinnert, da ich sie mit ins Badezimmer nehmen musste, wenn ich mal Pipi musste.
Und natürlich denke ich "nutze die Zeit, bald ist sie weg!" und dann nutze ich die Zeit, aber gelegentlich wird dieser Gedanke ein kleiner "bald ist sie weg!"-Stoßseufzer.

Böse ...
Es ist übrigens nicht wahr, dass ich Kaffee lieber mag als meine Kinder.
Ich mag ihn nur eben VOR meinen Kindern ...

Das gesteigerte Kuschelbedürfnis meiner Tochter führt zu einem gesteigerten Polterbedürfnis meines pubertierenden Sohnes.
Der findet mich zwar dumm und peinlich, möchte aber natürlich, dass Mami ihm mindestens so viel Aufmerksamkeit schenkt, wie seiner Schwester (die Mami ja eh viel lieber hat, jawohl ...)

Als ich gestern zur Toilette ging, fragte ich dann tatsächlich freundlich, ob sie mitkommen wollen ...

Und das Tückische an der "heutigen Jugend" sind ja diese doofen Handys.
Tochter kommt gut gelaunt an den Esstisch. Ich arbeite, gut gelaunte Tochter daddelt am Handy herum.
Das Daddeln wird hektischer, zorniger und plötzlich ist die Tochter wieder Single, hat entsprechend Liebeskummer, muss ihren Beziehungsstatus bei Facebook ändern und all die eingehenden Anfragen beantworten ...
Ok, das war jetzt eine überspitzte Darstellung.

Eine Freundin meinte mal, sie habe immer wenn sie am Tisch säßen, das Gefühl, die Männer hätten unter dem Tisch die Hosen geöffnet und würden sich ihre "Dinger" betrachten. Dabei hätten alle nur "unauffällig" ihre Handys unter der Tischdecke und würden "von Zeit zu Zeit" nach ihren Nachrichten schauen.

Gut, kurz gesagt, statt hier mit Volldampf zu entrümpeln und tolle Workouts zu machen, führe ich tiefschürfende Gespräche, rupfe Giersch und Brennnesseln und am Wochenende muss ich wieder nach NRW.
Unter anderem hat mein Schwiegervater Geburtstag und ich sehe all meine Ex-Schwäger und -Schwägerinnen wieder, die mich allesamt ca 20 kg leichter kennen und dieses Gewicht schon zu hoch fanden.
Oh, das wird eine Verlustigung allererster Kajüte.

Ob ich bis Sonntag noch besagte 20 kg wieder abnehmen kann?


Kommentare:

  1. Habe da mal eine Idee.. Du kannst tatsächlich über hundert Kilo loswerden, in dem du deine Verwandschaft entrümpelst. Die Schwägerinnen wiegen zusammen sicher auch einiges das du gut und gerne entsorgen kannst weil du es nicht mehr brauchst :-)
    Tu dir nichts mehr an was dich runterzieht.

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    1. Die beste Idee, die ich seit langem gelesen hab, danke :-) sagt Sabine aus dem sonnigen Rheinland.

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  2. Diese doofen Exen sind ebenso lästig wie meine aktuellen, diese Blicke rauf und runter mochte ich auch sehr gerne - und jetzt bin ich sie los, weil ich nicht mehr mitfahre zu solchen Familientreffen :-)

    Seitdem geht es mir auch an Schwiegervatergeburtstagen richtig gut ;-)

    Gruss
    Anke

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  3. Komm her, du meine Schwester im Giersche, lass dich drücken.
    Deinen Alltag hab ich nicht gesehen, hier ist er jedenfalls nicht...

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Ich bitte die "Anonymen" zur besseren Unterscheidung mit einem Vor- oder Spitznamen zu signieren :)