Worum es hier geht

Donnerstag, 20. März 2014

das Alter ist nichts für Feiglinge!

Kleine Zwischenmeldung:

Es gelang uns nicht, den Einzug unseres Väterchens in die geriatrische Station zu verhindern oder ihn dort wieder herauszuholen.
An ihm liegt es nicht:
er versucht sein Bestes, einfach nach hause zu gehen, wird aber immer wieder "eingefangen".
Das wäre fast lustig, schlüge es uns Töchtern nicht so traurig auf den Magen.

Als ich mir heute Morgen meinen Kaffee aufbrühte, rief mich die Pflegerin an, dass sie soeben eine Überweisung der Hausärztin für meine Mutter erhalten hatte. Obwohl wir uns sehr bemüht haben, möglichst dipolmatisch und verständnisvoll zu sein, fühlte sich meine Mutter in ihrer Entscheidung wohl doch kritisiert.
Für die kommende Woche haben wir bei einer Therapeutin einen "moderierten Gesprächstermin" gebucht.
Eben damit alles fair und konstruktiv abläuft.
Aber allein die Tatsache, dass wir "mitreden" wollen, hat meine Mutter nun so persönlich genommen, dass sie von einem "Tribunal" spricht und ... heute mit Selbstmord drohte.
Ein Tipp: das sollte man einer Pflegerin gegenüber nicht tun, da diese verpflichtet ist, darauf zu reagieren und so wurde meine liebe Frau Mama heute in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.
*kreisch*
Meine Mama ist in der Klapse!

Ok, ganz ruhig ...
Nächste Woche fahre ich hin und schaue mal, ob wir irgendwen aus der Parentalgeneration wieder ins Elternhaus bekommen ...

Gleichzeitg hat mein Sohn letzte Woche beschlossen, nun doch zu pubertieren.
Sonntag beschloss ich, meine Nerven durch einen Kinobesuch wieder etwas zu entwirren.
Als ich nach hause kam, hatte mein Sohn erkannt, dass das von mir zuerst entrümpelte Zimmer künftig sein Zimmer sein soll.
Sämtliche verbliebenen Schränke hat er daher in mein Büro geschoben.
Dabei zog er eine breite Spur der Verwüstung durch das Haus.
Mein Büro - verwüstet,
Der Flur - verwüstet
Sein Zimmer - verwüstet
das große Zimmer - verwüstet
die Mama - am Brüllen ...

Ok, ich hatte es erst noch geschafft, ruhig zu bleiben.
Ein gut gesetztes: der Papa hat es erlaubt
legte dann aber doch meinen Kippschalter auf Gebrüll.
Ein Telefonat später und mein ExMann war ausführlich darüber informiert, was er in meinem Haus und in Sachen Zimmerbelegung bestimmen darf.
(nichts)

Mittlerweile herrscht gelegentlich schon fast wieder so etwas wie Frieden in unserem Haus, auch wenn mein Sohn heute einen Anlass fand, recht böse zu fragen, ob im Zimmer meiner Mama nicht noch ein Bett für mich frei sei.
Da ist noch ein Bett, aber frei ist es nicht.
Meine Mama teilt ihr Zimmer nun mit einer höchst verwirrten Dame, neben der mein Väterchen wohl topfit wirken würde.

Ja, ich habe gegrinst.
Aber nur ganz ganz kurz mal.

So, entrümpelt habe ich erst mal nichts mehr.
Diätet auch nicht.
Dafür habe ich sowohl in meiner Shopping-Diät, als auch der Klamottenkur versagt.
Eine meiner Leggins hat "aufgegeben" - 49 - dafür habe ich nachts mal wieder online geshoppt.
1 Kleid, 1 Jacke und ein wunderschöner Seidenschal mit Schmetterlingen.

Die Schmettergage, wie Maulwurfn sagen würde.

Macht 52 Kleidungsstücke.

Ich schicke nichts zurück, sondern werde das Outfit anlässlich meines Besuchs meiner Mutter in der Psychiatrie einweihen, falls sie nicht schon am Wochenende wieder nach hause geschickt wird.

Merkt man eigentlich irgendwie, dass ich schockiert bin?
Ich bin schockiert.

1 Kommentar:

  1. Ich bin schockiert, wie schockiert Du bist! ;)
    Nun habe ich mich durch Deinen gaaanzen Blog gelesen, bin im Bilde, erkenne mich oft wieder in Deinen Erzählungen (nun bin ich schon wieder schockiert) und freue mich auf weitere "Ergüsse" von Dir :)
    Herzliche Grüße
    Petra

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