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Freitag, 21. Februar 2014

Hugendubel, seine Preise, seine Toiletten und die Dicken

Gestern habe ich für einen Moment überlegt, ob ich mitten in einer Buchhandlung eine Riesenszene mache und jemanden laut und deutlich der Dickenfeindlichkeit bezichtige.
Allein: der Druck auf meine Blase war so hoch, dass ich davon absah, damit ich es noch pünktlich, wie empfohlen zur Toilette in einer Einkaufspassage sonstwo schaffe.

Was zuvor geschah:
Ich hatte vor einer Verabredung noch etwas Zeit und stöberte in der Buchhandlung Hugendubel in Lübeck herum.
Dabei fand ich das eine oder andere Buch, das ich geschickt in einem kleinen Stapel in meinen Händen balancierte.
Kurz vor meiner Verabredung begab ich mich zur Kasse.
Die eine Kasse war bereits geschlossen - ich solle bitte zur Kasse auf der anderen Seite des Ladens.
Kein Problem, aber auf dem Weg dorthin, wollte ich mir gleich noch den Toilettenschlüssel ausleihen.
Vor Monaten war ich mit meiner Tochter im Hugendubel gewesen, die zwischendurch auch auf der Toilette war.
Ihr, einem zarten Elfen-Wesen um die 20 Jahre, mit straffer Haut, wenigen Kilos und einem Dekollete, in dem der Busen noch auf Originalhöhe zu finden ist, gab der Cafe-Inhaber den Schlüssel mit irgendeiner augenzwinkernden Bemerkung direkt.
Mir nicht.
Gar nicht.
"Den Schlüssel kann ich nur Cafe-Besuchern geben! Da muss ich streng sein! Gehen Sie doch auf die Toilette in der Dingsda-Passage!"
Tat ich nicht.
Ich legte meinen Bücherstapel ab, behielt nur ein heute als Geschenk benötigtes Hörbuch, ging zur Kasse auf der anderen Seite des Ladens, trippelte dort ein wenig auf der Stelle und fragte beim Bezahlen, ob es eine Kundentoilette gäbe.
Gab es nicht.
Da müsste ich bitte im Cafe einen Kaffee trinken und könnte dann die Toilette benutzen.
"Ganz schwache Leistung!", kommentierte ich.
"Ein Kaffee ist das Letzte, was ich jetzt noch brauche!", sagte ich und dann eilte ich unter Wahrung von einem Hauch Restwürde los zu der sehr sehr leeren Einkaufspassage, einem Irrgang und 36 Stufen folgend zur Kundentoilette.
Nächstes Mal, liebes Hugendubel, stöber ich gemütlich bei Amazon.
Da kann ich notfalls sogar von meiner Toilette aus bestellen ...

Wirklich bitter ist aber, dass ich für diesen
"gehen Sie bitte zu einer anderen Kasse, gehen Sie nicht zur Toilette!"-Service von Hugendubel auch noch 8,53 Euro mehr bezahlt habe, als bei Amazon :(

Zu meiner Verabredung kam ich natürlich auch noch zu spät.
Glücklicherweise wusste ich da noch nicht, dass ich für das Hörbuch auch noch derart abgezockt wurde, sonst wäre es mir ganz schwer gefallen, mich auf das ... angestrengt intelligente Geplauder meines Dates zu konzentrieren.

Fazit:

Ich bin enttäuscht!
(wieder eine Hommage an "ein Fisch namens Wanda")
Und Hugendubel hat eine dicke Kundin weniger.

Weg sind 2014:
Kram: 152,3
Kilos: 3,4 kg

Nachtrag:

Übrigens hat mir Hugendubel geantwortet

1 Kommentar:

  1. Das mit der Toilette ist natürlich eine Frechheit, aber das mit dem Preis ist ein anderes Thema. Amazon bekommt das Geld hinter geworfen. Jeder Einkauf im Internet geht zu Lasten des Einzelhandels. Würde das Geld in die Buchhandlungen fließen könnte man die Preise senken. Das ist keine Frechheit, das ist ein Kampf ums Überleben, den auch große Unternehmen führen müssen

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Ich bitte die "Anonymen" zur besseren Unterscheidung mit einem Vor- oder Spitznamen zu signieren :)