Worum es hier geht

Mittwoch, 22. Januar 2014

so viele Bücher ... so wenig Zeit!

gestern:
Schritte: 5.399
Ruhe: 1 Uhr

Abnehmen
Versagt, mal wieder.
Wann immer ich eine Diät beende und beschließe, lieber vernünftig und besonnen zu essen, als zu viel Zeit mit so einem ewigen Gekoche und Gewiege zu verbringen, darf ich dann ein paar Tage später überlegen, wie es um meine Vernunft oder Disziplin wohl bestellt ist ...
Mein Hinterkopf empfiehlt mir gerade wärmstens die Reisdiät, denn da kostet die Nahrungszubereitung wenig Zeit, viel zu denken und zu beachten gibt es auch nicht und ich habe eine Freundin, die damit mal fantastisch abgenommen hat.
(oh, sie hat mit einigen Diäten fantastisch abgenommen ;-)
Aber derzeit halte ich es mit Scarlett O'Hara:
Morgen ist auch noch ein Tag!
Und wirklich gute Diäten beginnen bekanntlich immer Morgen.

Shopping-Diät
Doch ja, ich mache sie.
Aber über eine Shopping-Diät ist noch schwerer zu berichten, als über das Entrümpeln (also, ich schmeiße ganz viel weg ...)
Ich kann ja schlecht all die Dinge auflisten, die ich nicht gekauft habe.
Aber Auswirkungen vom "Nicht-Kaufen"
So habe ich vorgestern eine Wartezeit damit überbrückt, dass ich in der Buchhandlung meines Vertrauens war.
Meine Lieblingsverkäuferin kam mit Kaffee und gutem Rat und nachdem ich mir den Kaffee mit einem großen Schluck und einer Lippenstiftspur am Tassenrand gesichert hatte, verriet ich ihr, dass ich dieses Jahr keinerlei Bücher kaufen werde.
"Oh, Shopping-Diät? Downshifting?", fragte sie "wir haben da ein Buch ..."
Dann mussten wir natürlich beide lachen.
Ich sinnierte, ob ich das wohl aufholen konnte - ein Jahr keine neuen Bücher kaufen ... und dann erschlug sie mich mit der Zahl der jährlich erscheinenden Bücher in Deutschland.
Ca. 90.000 Bücher erscheinen jährlich in Deutschland.
Der Wahnsinn (und die Zahl muss auch nicht korrekt sein)
Oh, und ich liebe es, neue Bücher zu lesen.
Ich bin eher niemand (mehr), der Bücher immer und immer wieder liest.
Früher tat ich das, aber mittlerweile empfinde ich die Zeit als zu knapp und bin auch experimentierfreudiger geworden.

Als ich dann abends in meinem kleinen Wohnzimmer stand, fiel mein Blick auf das übervolle Bücherregal.
Früher hatte ich riesige Bücherregale an den Wänden.
So etwas finde ich auch weiterhin wunderschön - da haben die Bücher schon eine Art Wohnwert und dekorieren die Wände besser als jedes Bild oder Tapete das kann.
Nach unserem Umzug in meine kleine Traum-Kate fehlen nun allerdings die vielen hohen Wände.
Sollte ich noch einmal umziehen, dann vermutlich in eine deutlich kleinere - Wohnung?
Jedenfalls steht nicht in Sicht, dass ich je wieder das Bedürfnis haben werde, kahle Wände mit vollen Bücherregalen zu verzieren.

Ich stand also so vor dem Regal, nippte an einer weiteren Kaffeetasse und begriff, dass ich gerade Schluss machte ... mit meinen Büchern.
"Es liegt nicht an Euch! Es liegt an mir!", sprach ich und beschloss, ihnen die Freiheit zu schenken.
Jemand anders wird sie wieder mehr zu würdigen wissen, als ich.
Ich nahm also alle Bücher aus dem ersten Regalfach, schleppte sie zum Esstisch und sortierte.
Zurück ins Regal kam dann alles von Sara Paretsky, Milena Moser, 2 dicke Loriot-Bücher, ein Buch von Christopher Moore, Rebecca von Daphne du Maurier und 3 Bücher von Jean Marcy, die mich mal auf einen Wein eingeladen hatte, als ich ihr bei der LitCologne sagte, dass ich all ihre Bücher gelesen hätte ;-)
Es war ein sehr netter Abend damals und sie hat vor 2 weiteren Autoren damit angeben können, dass sie sehr wohl Fans habe.
Sara Paretsky schreibt eine Serie um Vic Warshawski und begleitet mich durch die Jahrzehnte.
Eine der wenigen Figuren, bei denen ich Lust habe, einmal einen Herbst zu nutzen und noch einmal ganz vorne in der Serie beginnend, alle Bücher am Stück zu lesen.
Bei so vielen anderen Autoren, wurden die Protagonisten irgendwann ... unglaubwürdig.
Elizabeth George, Martha Grimes ... früher heiß geliebt und plötzlich merkt man, dass man aussteigt.
Ich möchte nicht sagen, dass der Autor nachgelassen hat, das Buch schlecht ist oder oder oder ... sondern sich einfach die Wege trennen. Was immer zB Inspector Lynley heute treibt, ich wünsche ihm alles Gute, aber es interessiert mich nicht mehr so weit, dass ich noch das ganze Buch kaufe. (ok, gelegentlich blättere ich in einer Buchhandlung gezielt das Ende auf und gucke, mit wem er jetzt gerade noch ein wenig unglücklicher wird ...) (und ja, ich weiß, dass er Fiktion ist) (und die Verfilmungen sind schlimm, ganz schlimm!)
Ok, kommen wir zum Punkt

Entrümpeln
Gerade stelle ich nach und nach die 50 Bücher aus dem 1. Regalfach meines Bücherschranks bei Ebay ein.
21 Bücher sind im Fach geblieben.
10 Paretsky, 6 Moser, 2 Loriots ... und dass die Buchstaben nah beieinander sind, ist kein Zufall - meine Bücher sind alphabetisch sortiert.
Naja, die meisten ...

Auf dem Dachboden war ich auch.
Eher unentschlossen und halbherzig, da ich in dem Korb meinte, "Herbstdekoration" zu erkennen.
Ich muss den einzelnen Deko-Körben erst einmal ihren festen Platz auf dem Dachboden schaffen ... aber ok, nehme ich das Körbchen eben einmal mit runter, räume es aus, alles wieder rein und stelle es anderswo auf den Dachboden.
Ich räumte es aus und entdeckte zu meiner Freude meine lang vermisste Mappe mit all meinen Nadelspielen zum Sockenstricken.
Toll!
Eigentlich schade, dass ich mittlerweile 2 neue Nadelspiele gekauft habe.
(eine bekloppte Katze liebt es, auf den Nadeln zu kauen ...)
(natürlich nur auf Nadeln, die noch nicht zerkaut sind ...) (Mistvieh!)
Außerdem fand ich 2 Tuben Handcreme, Merz Spezialdragees, Kieselerde (aha, eine "brüchige Nägel"-Phase) (manchmal wird man zum Archäologen im eigenen Haus ...) und und und ...
Zweifelt Ihr auch gelegentlich mal an Eurem Verstand? Oder tue nur ich das? Habe evtl. auch nur ich solche Anlässe für Zweifel?
Was trieb mich nur, all diese Dinge in ein Körbchen zu stopfen und es auf den Dachboden zu schleppen?
(hatte meine Mutter ihren Besuch angekündigt???)
Egal, jetzt bin ich ja toll besonnen, weise und shifte so was von down ...
Wieder ein Dachboden-Körbchen weniger.

Bewegung
Draußen ist es kalt und mein Laufband ... ich würde ja, wenn ich mehr Zeit hätte, aber was Bewegung und Ernährung angeht, hat mein Schweinehund wohl das Regiment übernommen.
Vorgestern zB kam mein Sohn nach hause und ich versprach spontan:
wenn du jetzt noch schnell die Hunderunde machst, schneide ich keine Zucchini ins Essen!
Er hasst Zucchini ... und ich hatte noch nicht mal eine im Haus.
Böse war das.
Gestern war ich sehr gewillt, mit den Hunden zu gehen, aber ... die Katze nieste und röchelte.
(und es waren keine Splitter einer Stricknadel)
Mein Sohn und ich sahen die "spratzelnde" Katze beide ratlos an.
Sie atmete laut rasselnd ein.
In ca einer Stunde mussten wir los zu einem Termin ... die Katze nieste.
"Wenn du die Hunderunde machst, kann ich mit ihr noch schnell zum Tierarzt!"
Der Sohn nahm die Hunde, ich packte die Katze ein (jetzt hasst sie mich) und ließ für 32,- Euro Antibiotika und Co in sie reinspritzen.
Sie rasselt, röchelt und niest noch immer.
Wenn das nicht besser wird, müssen wir noch einmal hin.
(Antibiotika für die Katze fallen nicht in die Shopping-Diät)

So, dann nehme ich heute mal die Hunde und mache ihre Runde, bevor der arme Sohn nach hause kommt und mir spontan wieder irgendwas einfällt, was ihn zur Runde durch die Kälte treibt.



Weg sind 2014:
Kram: 123,66 kg
Kilos: + 400 Gramm

1 Kommentar:

  1. Bücher - ein unendliches Thema. Ich fange oft an, auszusortieren, schaffe es aber bisher nicht, die Körbe wirklich wegzubringen, die dafür vorgesehen sind ;-)
    Aber bald, ganz sicher! Noch lese ich tatsächlich einiges noch einmal.

    Gruß, Anke

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