Worum es hier geht

Freitag, 17. Januar 2014

ausgeshreddert

gestern:
versandt: 300 Gramm
Schritte: 3.072 (Mist)
Ruhe: 3 Uhr

Ja, die Überschrift dürfte außer mir wieder niemanden überraschen.
Ich hatte einen Blechuchen gebacken und ganz vernünftig die Kuchenränder abgeschnitten und aufgegessen.
Jeder weiß, dass keine Kalorien in den Kuchenrändern sind ;-)
Dadurch hatte ich natürlich keinen Appetit auf ein Bündel Shred-Mahlzeiten und habe mir erst abends dann wieder Brokkoli mit Tofu und einer Scheibe Käse gedünstet.
Ach, das war aber gestern gar nicht dran?!
Insgesamt war meine Ernährung von gestern aber gar nicht so blöde.
Morgens eine Portion Gemüse mit Ei, mittags Kuchenränder und abends Brokkoli.
Zwischendurch Milchkaffee.

Ich glaube, ich bleibe bei dem Gemüse+Ei-Frühstück, dachte ich - und dem Brokkoli-Abendessen, dachte ich.
Und Shred war beendet.

Tja ...

Ich fürchte, das sind meine Entrümplungs-Reflexe.
Sie greifen auch in meine Zeitplanung und Sozialkontakte ein.
ZB habe ich soeben auch Dinkys Kaffee-Einladung abgesagt.
Mag nicht.
In der Zeit kann ich etwas Besseres tun.
Lesen, zB, oder entrümplen, oder meine Büroklammern nach der Größe sortieren, zählen, wiegen und wegwerfen.
Oder meine Katzen rasieren.
Und ich möchte in meiner Freizeit auch nicht stundenlang im Shred-Buch blättern, wann genau ich was genau essen soll.

Nein, lieber sitze ich in meiner Freizeit gebannt vor dem Internet und lese alles über "einfaches Leben" "entrümpeln" "Downshifting" etc.
Ich habe einige Blogs gefunden und bin lustiger Weise aus den Bekanntesten immer gleich wieder ausgestiegen, da ich sie schlicht zu professionell fand. Und dann grinsen musste.
Es laufen regelrechte Wettkämpfe darin, wer nun am weitesten down geshiftet hat, am einfachsten lebt und den kleinsten, ökologischen Fußabdruck hat.
Leute, die ihre Gegenstände zählen und versuchen, mit 300 Gegenständen auzukommen und dann diskutieren, wie viele Gegenstände 12 Paar Socken sind: 24 Gegenstände, 12 Gegenstände oder 1 Gegenstand?
So weit bin ich noch nicht und ich bin auch nicht sicher, ob ich dorthin möchte.
Nein, ich bin sicher, ich will nicht.
Wie viele Gegenstände man braucht, um glücklich zu sein?


Mich interessiert aber nicht, wie viel ich brauche um glücklich zu sein, sondern eher, was ich loswerden möchte, da es mich belastet.
Die Dinge, die man besitzt, besitzen einen eben auch.
Wollen gewürdigt, geräumt, geputzt und genutzt werden.
Oder schlagen im Unterbewusstsein irgend einen unguten Ton an.
Manchmal merkt man das gar nicht richtig.

Dinge aus den Regalen in den Müll zu schaffen, kann sehr befreiend wirken.

Aber Dinge untergehen zu lassen, an denen andere noch Freude oder Nutzen haben könnten, tut mir nicht gut - daher der mühsamere Weg über Ebay, verschenken und weggeben.
Und lustig ist, dass ich in Regalen, die ich bereits entrümpelt habe, beim 2. Durchgang schon wieder Sachen finde - bzw. Sachen finde, die das erste Entrümpeln "überlebt" haben, die ich aber nun nicht mehr haben möchte.

Tja, wer weiß ... vielleicht lande ich ja irgendwann auch bei 300 Dingen :)

Ach ja, meine Tochter hat sich bitterlich beschwert, dass der Kuchen keine Ränder mehr hatte.
Sie wollte gerne Kuchenränder futtern.
Weiß ja jeder, dass die keine Kalorien haben!
Ich glaube, bevor sie auszieht, sollte ich ihr die Wahrheit über Kuchenränder verraten.
Mein Sohn tippte sich übrigens nur gegen die Stirn und futterte ungerührt gleich 3 Stück Kuchen.

Weg sind 2014:
Kram: 113,96 kg + 1 kg Ebay Krams
Kilos: 500 Gramm

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