Worum es hier geht

Donnerstag, 16. Januar 2014

Aller Umfang ist schwer ...

gestern:
weggeworfen: -
Schritte: 10.099
Ruhe: 23 Uhr

Gestern habe ich mit einer Bekannten telefoniert und festgestellt, dass ich derzeit nichts vorzuweisen habe.
Also, sie erzählte von ihren Projekten 2014
Weltreise, neues Auto, Wintergarten

und ich grübelte:
abnehmen - glaubt kein Mensch mehr dran, außer mir (meistens)
entrümpeln - oh, ich werfe gerade ganz viele Sachen weg ... hm

carpe diem ... hm

"Meine Tochter hat einen Studienplatz und wird wohl im Sommer ausziehen!"
sagte ich also, sehr froh, vor den DINKS (doppeltes Einkommen, keine Kinder) etwas vorweisen zu können.
Wow! Ich sage Euch, die Frau ist gut!
Sie reagierte mit einem klassischen Hattrick aus:
"du musst aufhören, dich immer über deine Kinder zu identifizieren,
sonst bist du irgendwann so eine wunderliche Alte, die Fremden ungefragt Dutzende Kinderbilder zeigt!

und
Oh, dann kannst du ja wieder richtig arbeiten gehen!
und
das mit deinem Gewicht hast du also endlich wieder in den Griff bekommen?"

Ich liebe es, wie sie meine Selbständigkeit immer so nett und nebenbei vom Tisch wischt ...

Haha, ich habe ja immer noch meinen Sohn hier, antworte ich und verbeiße mir ein:
lieber Kinderbilder, als Euer "mein Haus, mein Auto, meine Yacht" ...

Ja, aber ich gebe zu ... es brachte mich ins Grübeln, warum mich das Entrümpeln so gepackt hat.
Ansonsten bringen mich die DINKs schon lange nicht mehr ins Grübeln.
Wie heißt es so schön:
sie kaufen Sachen, die sie sich nicht leisten können um Leuten zu imponieren, die sie nicht mögen.
In meinen Augen der einzige Grund, warum dieser Kontakt überhaupt noch besteht.

Gelegentlich plagen mich durchaus Selbstzweifel (keine Sorge, ein, zwei Tafeln Schokolade und alles ist wieder gut ...)

Entrümpeln und erfolglos abnehmen, kann doch nicht alles sein?
Eine gute Freundin (Tochter macht gerade Abi mit 21 Jahren, hat dafür schon 3jährige Tochter)(chronisch pleite)(fällt immer auf die falschen Männer rein)(beneidenswert schlank) motiviert mich aber immer, was meine Diät angeht:
du musst nicht abnehmen - du musst nur darüber schreiben! *bitte, bitte* -
kein Mensch erwartet, dass du abnimmst!


Mit ihr telefonierte ich jedenfalls danach.
"Dinksy hat mich angerufen"
"Haha, ihr Mann hat ein Bild von seinem Piephahn gesimst"
"..."
Jedenfalls hat sie etwas für mich gehabt:
Es gibt für meine Entrümpelei tatsächlich so einen wunderbaren Trend-Begriff:
Downshifting
Mein Entrümplungsbedürfnis ist also nicht irgendwo grenzwertig und halb irre, sondern ein Trend.
einfaches Leben
Interessant!

Entrümpeln
Gut, dennoch habe ich gestern wenig downgeshiftet.
Ich habe beschlossen, dass ich am Montag alle Spiele, die ich bis dahin nicht bei Ebay eingestellt habe, in meine Sammelkiste packe und ins Kaufhaus Mehrwert bringe, damit es dann spätestens ab Dienstag mit dem Entrümpeln weiter geht.
Gestern habe ich dann auch halb motiviert 4 Auktionen eingestellt, während ich auf Sat1 den Dicken zusah.
Interessant war, dass die Dicken über die noch Dickeren in einer Art lästerten, die sie sich für sich selbst vermutlich verbitten würden.
Ich bin ein wenig der Meinung, dass wir alle in einem Boot sitzen (das wäre eng ...), sobald wir das Normalgewicht so deutlich überschritten haben. Meine persönliche Grenze sehe ich bei ca 80 kg.
Bis 80 kg kann ich meine Pfunde für mich selbst ganz gut ignorieren und mich eher als "vorübergehend" zu üppig betrachten, aber dahinter beginnt dann für mich schon das Reich der Dicken.
Wenn eine 140 kg Frau entgeistert fragt, wie man sich "so" gehen lassen kann und damit eine 180 kg Frau meint, finde ich das eher unfreiwillig komisch.

Bewegung
Gestern bin ich ohne Laufband über die 10.000 Schritte gekommen, auch wenn ich dafür in der einen oder anderen Werbepause schnellen Schrittes durch das Haus eilen musste.

Shred
Ja, fast brav.
Ich hatte mir einen Teller grünen Salat fertig gemacht, auf den ich dann doch noch einen Löffel Nudeln mit Sauce aus der Schüssel meiner Kinder packen musste.
Und ich glaube, die 25 Erdnüsse des Abends waren auch eher 75.
Jedenfalls ist die Tüte leer und ich werde keine neuen Erdnüsse kaufen.
Selbst ungesalzen und ohne Fett, machen sie mich doch zu ... gierig.

Weg sind 2014:
Kram: 113,93 kg + 300 Gramm Buch
Kilos: 500 Gramm

Kommentare:

  1. Alles Lüge!
    Ich habe nicht "Piephahn" gesagt!
    Und ich wollte nur den Druck von Dir nehmen, als ich sagte, kein Mensch erwartet, dass Du abnimmst!

    *zauberzwinker*
    Susi

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  2. Ich wünsche dir jedenfalls weiterhin viel Freude und Erfolg bei den Projekten - egal, ob sie gerade in sind oder nicht. Wir sind mit über 18 schliesslich in einem Alter, in dem wir machen dürfen, was wir gerne tun wollen.
    Und dann ist es egal, ob das dabei herauskommt, was andere erwarten ;-)

    Es macht Spass, dir dabei über die Schulter zu gucken!
    Anke

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  3. Erster Kommentar einer bislang stillen Mitleserin.

    Also um mal die Dinks ein bisserl aus dem Feuer zu nehmen - die sind nicht alle so :-) Sagt eine Dink, ehklar.

    Ich drücke Dir natürlich alle Daumen, dass das mit dem Abnehmen klappt, aber zum Mitlesen ist der Weg, ob das nun klappt oder nicht, lesenswert. Die parallele Entrümpelung finde ich interessant und bin ernsthaft versucht, das auch zu machen. Also Entrümpeln.
    Abnehmen wollen hab ich aufgegeben, dazu scheint mit der Wille zu fehlen. Man kann aber auch mit BMI 30 oder so (Wiegen hab ich auch weitgehend aufgegeben) fit sein.

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    1. Oh, keine Sorge.
      Ich glaube, selbst Dinky ist nicht "so".
      Ich bin davon überzeugt, dass wir uns die meisten Verletzungen selbst zufügen und dann nur meinen, andere hätten sie uns zugefügt. Und wenn Lebenswege so lange nebeneinander verlaufen, aber so unterschiedlich, dann legt man eigene "Komplexe" evtl. gerne anderen in den Mund. So weiß ich, dass Dinky eigentlich gerne Kinder gehabt hätte. Oder zumindest meint, sie hätte welche haben wollen sollen ;-) Und schon hat man ein Minenfeld vom Feinsten. Und vielleicht habe ich insgeheim immer gedacht, als Mutter eben beruflich erfolgreicher und körperlich auch attraktiver sein zu müssen. Da erzählt Dinky dann ganz harmlos von sportlichen/beruflichen Erfolgen und ich fühle mich kritisiert. Oder ich erzähle ganz harmlos von den Kindern und sie fühlt sich kritisiert. Wenn ich 20 Jahre zurück denke, weiß ich, dass Dinky eigentlich schwer in Ordnung ist. Nur eben nicht mehr in meine Gegenwart passt und ich vermutlich auch nicht mehr in ihre. Da heißt es "Loslassen" und uns beiden die Chance geben, den Spaß mit anderen zu haben, den wir zusammen eben nicht mehr haben können.

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  4. Hallo,
    vor einigen Tagen habe ich deinen Blog entdeckt und bin eifrig am Lesen.
    Du hast eine tolle Art zu schreiben!
    Ich bewundere deinen Tatendrang zu entrümpeln. Das habe ich mir nämlich auch vorgenommen. Und auf jeden Fall nichts Neues zu kaufen! Das ist mir fast noch wichtiger. Denn ich habe alles was ich brauche, ausgenommen natürlich Lebensmittel und Verbrauchsdinge.
    Dein Blog inspiriert mich sehr!!! Danke.
    Schönes Wochenende und liebe Grüße
    helen

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Ich bitte die "Anonymen" zur besseren Unterscheidung mit einem Vor- oder Spitznamen zu signieren :)